Honig im Test

Stiftung Warentest: Muss guter Honig teuer sein?

Preiswerte überraschen, deutsche Honige sind teils gut, teils mangelhaft

Guter Honig kann von überall herkommen. Das zeigt dieser Test von 24 Blütenhonigen. Die beste Nachricht vorweg: Auch wenn Honig als eines der meistverfälschten Lebensmittel gilt, Hinweise auf Panschereien wurden nicht gefunden.

Insgesamt sind 14 Produkte gut, darunter sieben Honige von Discountern und Supermärkten – allesamt „Mischungen aus EU- und Nicht-EU-Ländern“.

Naturbelassenheit

Gesetze, Leitsätze und Branchenverbände geben vor, was ein Honig mitbringen sollte. In puncto Naturbelassenheit zum Beispiel verlangen einige Vorgaben eine hohe Aktivität des Enzyms Invertase, das über die Reife eines Honigs informiert.

Etikettenschummelei?

Teils versprechen die Etiketten zu viel: Ein Honig zeigt etwa eine Blumenwiese, obwohl vor allem Raps- und Baumpollen nachweisbar waren. Einem Vielblütenhonig fehlte es an Vielfalt: Sonnenblumenpollen waren überrepräsentiert.

Ein echter Genuss

Bei aller Kritik: Der Genuss kommt nicht zu kurz – 20 der 24 Honige sind sensorisch gut. Sie schmecken etwa aromatisch, pflanzlich oder würzig. Eine Rauchnote kann vom Imkern mit Rauch rühren, er soll Bienen ruhiger machen. In Rauch übliche Schadstoffe wurden nicht gefunden.

Pestizide wie Glyphosat kein Thema

Zehn Honige wiesen Rückstände von Pestiziden wie Glyphosat auf, aber weit unter den Limits. Es wurden teils Spuren von gentechnisch verändertem Raps, die im Toleranzbereich der EU liegen. Der Anbau ist in einigen möglichen Herkunftsländern zulässig.

Preise

Die Preise für Honig variieren stark, je nach Herkunft. Im Jahr 2023 landete viel kostengünstiger Honig aus dem Ausland auf dem EU-Großmarkt. So kostete zum Beispiel Honig aus der Ukraine im Schnitt 2,10 Euro je Kilogramm und aus Argentinien 2,40 Euro. Da können die heimischen Imkerinnen und Imker nicht mithalten, die es auch meist hobbymäßig oder im Nebenerwerb betreiben. Blütenhonig direkt vom Imker kostete 2024 rund 12 bis 16 Euro pro Kilo.

Fazit

Discounter-Mischungen aus aller Welt und zwei Honige von Familienbetrieben aus Deutschland sind top. Vier heimische enttäuschen. Verfälschungen wurden nicht gefunden.

Testsieger

Mit knappem Vorsprung Bester ist Frühlingssummen der Marke Breitsamer (12,98 Euro pro Kilogramm). Preistipp: Fünf Eigenmarken bieten für unter 6 Euro gute Qualität: Netto Marken-Discount, Lidl Maribel, Rewe Ja, Edeka Gut & Günstig – und Goldland von Aldi Nord, der nicht mehr im Handel ist. Umwelttipp: Mit dem Kauf von Honig aus Deutschland wie Honigprinz für 19,96 Euro fördern Sie Imker, die vor Ort Natur und Landwirtschaft stärken.

Den kompletten Test findet Ihr auf test.de

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