






Ein Schloss aus bunten Fliesen, alten Tassen und kurioser Kunst – das klingt wie ein verrücktes Märchen, gibt es aber wirklich. In Naundorf bei Schlieben baut der Magdeburger Künstler Steffen Modrach seit 15 Jahren an seinem "Schloss Lilllliput".
Er ließ sich von der Grünen Zitadelle inspirieren und hat eine farbenfrohe Fantasieburg erschaffen.
„Also als ich hergekommen bin vor 15 Jahren war hier nichts, das war eine Müllkippe, eine echte Müllkippe. Und dann habe ich erstmal ein Jahr gebraucht, die Müllkippe zu entsorgen. Und zwar wollte ich beweisen, dass ein Mensch aus einer vergewaltigten, zerstörten, kaputten Natur am Ende doch ein Paradies machen kann.“
Jeden Morgen steht er bei Sonnenaufgang auf und werkelt weiter. Er klebt Schicht um Schicht immer neue Teile übereinander, bis Strukturen entstehen, die es so noch nie gegeben hat.
Besucher staunen regelmäßig bei Führungen oder Konzerten, die im Schloss Lilliput stattfinden. Anfangs hielten manche ihn für verrückt – heute kommen sogar Busse voller Neugieriger. Mit seiner Kunst hat Steffen Modrach noch Großes vor:
„Ich will unbedingt ins Weltkulturerbe, weil diese Art der Kunst nennt sich Brutart. Und von der Brutartkunst hat es noch nie jemand auf der Welt ins Weltkulturerbe geschafft. Und es gibt Bedingungen, die man erfüllen muss und die erfülle ich. Und das wollen wir im nächsten Jahr praktisch angehen. Wir sehen unsere Chance bei 1 zu 1 Million, aber wir versuchen es eben halt trotzdem.“
Ob es jemals fertig wird? Wahrscheinlich nicht. Aber genau das ist der Zauber von Schloss Lilllliput: ein Lebenswerk voller Liebe, Lust, Laune und Leidenschaft – und ein Stück Magdeburger Hundertwasser-Geist mitten in der Provinz.