Ein Schild warnt vor dem Hochwasser der Aller im Bereich der Altstadt. Die Hochwasserlage in manchen Regionen Niedersachsens bleibt angespannt.

Seehausen: Neues Schöpfwerk für besseren Hochwasserschutz

Besserer Schutz vor Hochwasser für die nördliche Altmark. Bei Seehausen im Landkreis Stendal entsteht jetzt ein neues Schöpfwerk. Wenn der Aland bei Hochwasser über seine Ufer tritt kann damit der Wasserstand in den Deichen reguliert werden. 

Überschüssiges Wasser wird über Pumpen oder eine Schleuse abgeleitet. Dadurch können die Menschen in Esack und den umliegenden Gebieten besser vor Überflutungen geschützt werden. Ende 2026 soll das Schöpfwerk in Betrieb gehen.

Investiert werden knapp 3,9 Millionen Euro aus EU-, Bundes- und Landesmitteln. 

Willingmann sagte: „Die Menschen im Landkreis Stendal waren in den vergangenen Jahrzehnten ganz besonders von extremen Hochwassern betroffen. Gerade die Jahrhundertfluten 2002 und 2013 haben durch schwere Überschwemmungen zu großen Schäden geführt. Der Neubau des Schöpfwerks Esack reiht sich dabei in eine lange Liste vieler wichtiger Maßnahmen ein. Nach dessen Fertigstellung sind die Menschen in der Aland-Elbe-Niederung ein gutes Stück sicherer vor verheerenden Fluten, die aufgrund des fortschreitenden Klimawandels künftig noch zunehmen dürften.“

Das Schöpfwerk besteht aus zwei vertikal stehenden Rohrgehäusepumpen mit Motor. Dafür wird ein sieben mal sechs Meter großes Gebäude und eine rund zwei Meter breite Freischleuse errichtet. Zusätzlich wird der Deich auf rund 200 Metern DIN-gerechte saniert. 

Das neue Schöpfwerk senkt den Wasserstand zwischen zwei Aland-Deichen, um Esack und die angrenzenden Flächen bei extremen Hochwassern vor Überflutungen zu schützen. Das dabei anfallende Drängewasser wird in den unterhalb liegenden Gewässerschlauch gepumpt bzw. über die Freischleuse abgeleitet. Diese Variante ist ebenso wirksam wie die andernfalls erforderliche DIN-gerechte Sanierung der Aland-Deiche, aber kostengünstiger. Unter anderem beim so genannten Jahrhunderthochwasser im Sommer 2013 hatte der Aland-Rückstau in die Elbdeich-Wässerung zu Überflutungen geführt.

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