
Landwirte haben auch in diesem Jahr wieder mit ihr zu kämpfen: der Schilf-Glasflügelzikade. Das Insekt stammt ursprünglich aus Südeuropa, hat sich vor einigen Jahren aber in den Elbauen im Landkreis Wittenberg angesiedelt und breitet sich seitdem immer weiter in Sachsen-Anhalt aus. SAW-Reporterin Lena Vieregge – warum ist die Zikade so problematisch?
Also das Problem ist: Die Schilf-Glasflügelzikade überträgt bakterielle Krankheiten. Annette Kusterer von der Landesanstalt für Landwirtschaft und Gartenbau erklärt, welche Folgen das für die Pflanzen hat.„Gerade bei den Zuckerrüben ist es so, dass der Zuckergehalt weniger sind und es auch zu Gewebeschäden am Rübenkörper kommt, das heißt die Rübe ist wie so eine Gummirübe die Spitze kann sich unten drehen lasse.“
Bei Kartoffeln hingegen führt die Krankheit zu mehr Zucker in den Knollen – sie werden beim Frittieren braun, Geschmack und Konsistenz verändern sich. Zuckerrüben und Kartoffeln können meist noch genutzt werden, die Landwirte müssen aber mit Ertragseinbußen rechnen.
Was können die Landwirte dagegen tun?
Der amtliche Pflanzenschutzdienst hat in mehreren Landkreisen Warndienstaufrufe gestartet – betroffen sind unter anderem die Landkreise Wittenberg, Anhalt-Bitterfeld, Börde, Jerichower Land und Salzlandkreis sowie die Städte Dessau-Roßlau und Magdeburg. Später kamen auch der Harz, der Saalekreis und Halle hinzu. Landwirte dürfen in diesen Regionen bestimmte Insektizide einsetzen. Das allein reicht aber nicht aus. Laut Kusterer geht es vor allem darum, den Anbau anzupassen: „Die Fruchtfolge beachten, ne Schwarzbrache durchführen, oder nach Zuckerrüben eine Sommerung anbauen statt Wintergetreide. Bei Zuckerrüben auf tolerante Sorten umschwenken.“ Die Schilf-Glasflügelzikade dürfte die Landwirtschaft in Sachsen-Anhalt auch in den kommenden Jahren weiter beschäftigen.
Weitere Monitorings sollen helfen, die Ausbreitung und das Auftreten der Erreger besser einzuschätzen.