Ein Mann tippt auf einer Tastatur eines Laptops.

Sachsen-Anhalt: Warnung vor Falschmeldungen zur Landtagswahl

Vor den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin beobachten deutsche Sicherheitsbehörden neue Desinformationskampagnen aus Russland. Ziel sollen vor allem Politiker und Parteien sein, die nicht russlandfreundlich auftreten.

Gefälschte Videos sollen Vertrauen erschüttern

Deutsche Sicherheitsbehörden registrieren aktuell verstärkte Versuche russischer Einflussnahme auf bevorstehende Wahlen. Im Mittelpunkt stehen demnach gezielte Desinformationskampagnen im Internet.

Nach Angaben aus Sicherheitskreisen verbreiten russische Akteure manipulierte Videos, die Politiker und Parteien diskreditieren sollen. Betroffen seien demnach nahezu alle Parteien – mit Ausnahme der AfD und des Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW).

Die Videos seien in einer niedrigen dreistelligen Zahl aufgetaucht und teilweise mit Logos deutscher Medienhäuser versehen worden. Dadurch sollten sie seriös wirken. Verbreitet wurden sie unter anderem über die Plattform X. Viele der Inhalte seien dort inzwischen wieder entfernt worden.

Bekannte Strategie vor Wahlen

Die Kampagne wird den Behörden zufolge der sogenannten Operation „Matrjoschka“ zugerechnet. Diese Methode war bereits im Umfeld der Bundestagswahl 2025 aufgefallen.

Die Sicherheitsbehörden sehen darin ein Muster: Zunächst sollen gesellschaftliche Spannungen verstärkt werden – etwa durch Behauptungen, die Ost und West gegeneinander ausspielen. Anschließend würden gezielt lokale Politiker angegriffen, beispielsweise durch frei erfundene Vorwürfe über angebliche Straftaten oder Fehlverhalten.

Sachsen-Anhalt wählt am 6. September

Besonders im Blick stehen die kommenden Landtagswahlen. Am 6. September sind die Menschen in Sachsen-Anhalt aufgerufen, einen neuen Landtag zu wählen. Am 20. September folgen die Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin.

Die Sicherheitsbehörden warnen davor, dass solche Kampagnen nicht nur einzelne Personen treffen sollen. Ziel sei es, Vertrauen in demokratische Institutionen zu schwächen und die Gesellschaft zu spalten.

Behörden sprechen von langfristiger Strategie

Aus Regierungskreisen heißt es, die Desinformationsaktionen seien Teil einer umfassenden hybriden Bedrohung durch Russland. Dahinter stehe ein Netzwerk aus staatlichen und nichtstaatlichen Akteuren.

Die Methoden würden sich ständig weiterentwickeln. Auch künstliche Intelligenz spiele dabei eine immer größere Rolle, um Inhalte schneller zu erstellen und gezielter zu verbreiten.

Für Wählerinnen und Wähler gilt deshalb: Informationen vor einer Wahl sollten möglichst über mehrere verlässliche Quellen geprüft werden – besonders dann, wenn Inhalte stark emotionalisieren oder einzelne Personen gezielt angreifen.

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