
Ohne Auto zur Arbeit, zum Arzt oder zum Einkaufen? Das ist in vielen Teilen Sachsen-Anhalts schwierig. Mehr als ein Drittel der Menschen hat kein gutes Bus- und Bahnangebot in der Nähe.
Das zeigt der neue ÖV-Atlas der Denkfabrik Agora Verkehrswende. Demnach sind rund 784.000 Menschen im Land nicht ausreichend an den öffentlichen Nahverkehr angebunden.
Als gutes Grundangebot gilt: Die nächste Haltestelle ist höchstens 250 Meter entfernt und dort fährt mindestens alle 30 Minuten ein Bus.
Besonders schlecht sieht es im Landkreis Wittenberg aus. Dort haben knapp 63 Prozent der Menschen kein gutes Angebot. Fast jeder Vierte erreicht nicht einmal einen Bus oder Zug, der mindestens alle zwei Stunden fährt.
Auch in der Börde, im Jerichower Land und in Mansfeld-Südharz gibt es große Lücken.
In den Städten ist die Lage deutlich besser. In Halle haben rund 85 Prozent der Menschen ein gutes oder sehr gutes Angebot, in Magdeburg sind es etwa 75 Prozent.
Damit zeigt sich auch in Sachsen-Anhalt ein deutliches Stadt-Land-Gefälle beim Nahverkehr.
Wichtig: Die Studie bewertet nur das planmäßige Angebot laut Fahrplan. Verspätungen und Ausfälle wurden nicht berücksichtigt.