
Die Art der Nutria breitet sich in Sachsen-Anhalt rasant aus. Aus diesem Grund erlegen Jäger jährlich tausende von den Pelztieren, die ursprünglich von den Menschen gezüchtet wurden.
Wie das Landesverwaltungsamt mitteilte, wurden im vorherigen Jagdjahr 2024/2025 landesweit 7.019 Tiere erlegt - fast 15-mal so viele wie noch 2006. Trotz intensiver Bejagung scheint die Population der aus Südamerika stammenden Nagetiere dennoch stabil hoch zu bleiben.
Besonders betroffen sind die Landkreise Stendal und Altmarkkreis Salzwedel, wo über 60 % der erlegten Tiere gezählt wurden. Sie leben bevorzugt an Gewässern, in Parks und oft in unmittelbarer Nähe zum Menschen, was durch verbotene Fütterung noch verstärkt wird.
Laut Landesamt für Umweltschutz können die Tiere empfindliche Lebensräume wie Muschelbestände, Uferpflanzen und Unterwasserzonen zerstören. Naturschützer warnen, dass auch bedrohte Arten durch die Nutria zurückgedrängt werden könnten. Für den Menschen stellen die Tiere jedoch keinerlei Gefahr dar.
Die durch den Klimawandel begünstigten milden Winter sorgen dafür, dass die Nutria fast ganzjährig Nachwuchs bekommen können. Eine vollständige Ausrottung gilt als unrealistisch – Jäger sind aber aufgerufen, die invasive Art konsequent zu bejagen, um ökologische Schäden zu vermeiden. Die Jagd auf die Tiere ist in Sachsen-Anhalt ganzjährig und unbeschränkt zulässig.
Naturschutzverbände sind nach eigenen Angaben nicht gegen diese Jagd, halten jedoch auch andere Maßnahmen für zielführend. Unter Umständen sei es auch wichtig, den Nutrias mehr Lebensraum zu geben. Aus Naturschutzsicht ist die Bejagung der Nutrias durchaus sinnvoll, sollte jedoch auch tierschutzgerecht und schonend erfolgen. So ist es leider notwendig, bestimmte Tiere zu jagen, um andere zu schützen.