
Der Filmemacher Rosa von Praunheim ist tot. Er starb in der Nacht zum 17. Dezember 2025 im Alter von 83 Jahren. Von Praunheim war eine prägende Figur der Schwulenbewegung in Deutschland. Erst vor wenigen Tagen hatte er seinen langjährigen Partner Oliver Sechting geheiratet.
Im Laufe seiner Karriere drehte der Berliner Regisseur rund 150 Filme, darunter "Die Bettwurst", "Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt" und "Rex Gildo - Der letzte Tanz". Von Praunheim malte auch, schrieb Theaterstücke und Bücher ("Hasenpupsiloch").
Von Praunheim, der gerne ungewöhnliche Kostüme trug, war auch für streitlustige Auftritte zum Beispiel in Talkshows bekannt. In seiner wohl umstrittensten Aktion hatte er 1991 den Moderator Alfred Biolek und den Komiker Hape Kerkeling im Fernsehen geoutet.
Der Künstler setzte sich mit der Aidskrise ("Ein Virus kennt keine Moral"), Sexarbeit und seiner eigenen Vergangenheit auseinander. Der Dokumentarfilm "Meine Mütter - Spurensuche in Riga" entstand, nachdem ihm seine Mutter erst spät im Leben erzählt hatte, dass er nicht ihr leiblicher Sohn war.