
Immer häufiger versuchen Betrüger auch in Sachsen-Anhalt, Menschen mit perfiden Maschen um ihr Geld zu bringen. Gleich drei aktuelle Fälle aus dem Salzlandkreis, Staßfurt und dem Harz zeigen, wie professionell und skrupellos die Täter vorgehen – und wie wichtig es ist, wachsam zu bleiben.
Eine 74-jährige Frau aus Egeln im Salzlandkreis wurde Opfer eines besonders heimtückischen Computerbetrugs: Beim Einschalten ihres Laptops erschien plötzlich ein angebliches Sicherheitsfenster, das einen Virenbefall vortäuschte – inklusive einer angeblichen Servicenummer. Am Telefon gewann ein vermeintlicher Techniker das Vertrauen der Frau, erschlich sich einen Fernzugriff und schließlich sogar die Zugangsdaten für ihr Onlinebanking. Erst Tage später bemerkte die Frau mehrere unrechtmäßige Abbuchungen. Die Polizei ermittelt.
In Staßfurt im Staßfurt erhielt eine 88-Jährige einen Anruf von einem Mann, der sich als ihr Sohn ausgab und angeblich dringend 10.000 Euro für eine Operation benötigte. Die Seniorin war bereits verunsichert – doch ihre Tochter erkannte den Betrug, übernahm das Telefon und der Täter legte sofort auf. Die Polizei lobt das schnelle Eingreifen und betont: Solche Schock- und Notfallanrufe sind aktuell eine der häufigsten Betrugsmaschen.
In Ermsleben im Harz meldeten sich Betrüger telefonisch als angebliche Polizeibeamte. Die Tochter der Frau habe einen tödlichen Unfall verursacht, nur eine hohe Kaution könne sie aus dem Gewahrsam befreien. Die Seniorin sollte Angaben zu Bargeld und Wertsachen machen. Wie durch Zufall erreichte sie kurz darauf ihre echte Tochter – und durchschaute die Lüge rechtzeitig. Schaden entstand nicht.
Die drei Fälle zeigen: Betrüger versuchen alles, um Druck aufzubauen – ob per Computerwarnung, Schockanruf oder falscher Polizei. Wer solche Methoden kennt, kann sie leichter erkennen und abwehren. Die Polizei rät: Im Zweifel lieber einmal mehr auflegen und selbst nachfragen, statt aus Sorge oder Scham zu handeln.