
In Sachsen-Anhalt sollen künftig mehr Jugendliche als Schülerrichter und Schülerrichterinnen bei Straftaten von Gleichaltrigen, wie Beleidigung, Sachbeschädigung oder Diebstahl, mitentscheiden. Die Idee stammt aus den USA und wurde in Elbingerode im Harz erfolgreich umgesetzt. Das Justizministerium in Sachsen-Anhalt hat nun noch einmal eine Ausweitung des Projektes beschlossen. Welche Fälle die Jugendlichen übernehmen dürfen, entscheiden die jeweils zuständigen Staatsanwaltschaften.
Die Schülerrichter verhängen keine Strafen, sondern setzen auf Maßnahmen, die den Tätern und Täterinnen helfen sollen, ihr Verhalten zu ändern. Manche müssen nach der Verhandlung zum Beispiel eine Collage machen, anderen sollen im Kindergarten vorlesen oder Songtexte schreiben.
In Naumburg wird derzeit versucht, ein weiteres Schülergericht aufzubauen, was jedoch schwierig ist, da es immer weniger Jugendliche gibt, die sich dafür engagieren wollen. Viele haben nicht genug Zeit oder Interesse, sich aktiv einzubringen.