
Ein Kind zum Inhalieren zu überreden, kann ungefähr so schwierig sein wie Zähneputzen ohne Diskussion. Stillsitzen, tief einatmen – für die meisten Kinder eher langweilig. In Magdeburg gibt’s jetzt einen Ort, an dem Kinder beim Spielen ganz nebenbei salzige Luft einatmen: Und zwar im Kinderinhalatorium BabyBeach. Unsere radio SAW-Reporterin Laura Födisch hat sich mit Inhaber Rick Paul getroffen:
Salziger Boden, der an Sand erinnert, bequeme Liegestühle und ein Hauch Salz in der Luft – fühlt sich fast wie Urlaub am Meer an. Aber in meinem Kopf sind jetzt erstmal nur verschnupfte Kinder und Keime.
„In dem Raum ist durch die Sole Salz enthalten und auch Jod, das desinfizierend wirkt. Im Raum ist also ein weitestgehend antibakterielles Klima, was Keime angeht. Aber ich achte auch drauf, dass hier niemand mit starken Viruserkrankungen kommt.“
Die verschnupften Kinder sitzen dann im Salzsand, der die Haut nebenbei auch noch schön pflegt, und spielen damit wie am Strand mit Baggern und Schaufeln, während sie nebenbei die Sole einatmen.
„Das Salz ist ganz normal biozertifiziertes Speisesalz, wie man es von zu Hause kennt. Nur eben in größeren Mengen. Die Sole beziehe ich von einem Lieferanten und die nimmt die aus einer Heilquelle. Die genaue Quelle ist geheim.“
Der Vorteil des Konzepts: Die Kinder merken gar nicht, dass sie inhalieren.
„Das tollste Feedback ist für mich, das schlechteste für die Eltern: dass die Kinder hier nicht gehen wollen.“
Die Idee kam Rick, weil sein Sohn im Kindergartenalter gefühlt jeden Schnupfen mitgenommen hat, und nutzt sein Angebot inzwischen auch selbst gern.
„Ich hab ja doch mit der ein oder anderen Rotznase zu tun. Trotzdem bin ich das ganze Jahr, das ich schon hier bin, gesund geblieben. Sobald ich ein Halskratzen merke, Schnupfen oder Husten, gehe ich hier rein.“
Trotzdem noch gut zu wissen: So gut die Sole den Atemwegen und der Haut auch tut, sie ersetzt das Inhaliergerät nicht, wenn der Arzt es verschreibt.