Der Asiatische Laubholzbockkäfer (ALB) wurde erstmals 2014 im Magdeburger Stadtteil Rothensee nachgewiesen

Magdeburg: Flugzeit des Laubholzbockkäfers beginnt

Im Kampf gegen den Asiatischen Laubholzbockkäfer (ALB) setzt Sachsen-Anhalt weiterhin auf engmaschige Kontrollen. Wegen der anhaltend hohen Temperaturen erwartet die Landesanstalt für Landwirtschaft und Gartenbau (LLG) den Beginn der nächsten Flugphase des Schädlings. Dafür wurden spezielle Pheromonfallen installiert. Sie sollen dabei helfen, den Flug der Käfer zu überwachen und mögliche weitere Befallsstellen frühzeitig zu entdecken. Das Monitoring läuft innerhalb der bestehenden Quarantänezone. Sie umfasst vor allem die Landeshauptstadt Magdeburg und reicht teilweise in die angrenzenden Landkreise Jerichower Land und Börde hinein.

Der aus Asien stammende Käfer kann zahlreiche heimische Laubbäume wie Ahorn, Birke, Pappel, Weide und Rosskastanie befallen und dadurch erhebliche Schäden verursachen. Der erste Nachweis in Sachsen-Anhalt erfolgte 2014 im Magdeburger Stadtteil Rothensee.

Mehr als 300 Bäume kontrolliert

Die Fallen wurden von Mitarbeitern der LLG an über 300 Bäumen angebracht. Die Standorte wurden auf Grundlage der Erfahrungen aus dem seit 2014 laufenden Überwachungsprogramm ausgewählt. „Die Fallen dienen der Überwachung des Käferfluges und sind keine Bekämpfungsmaßnahme“, erklärt Christian Wolff, zuständiger Dezernatsleiter bei der LLG. Die regelmäßige Kontrolle übernimmt größtenteils der Eigenbetrieb Stadtgarten und Friedhöfe der Landeshauptstadt Magdeburg.

Suche nach den letzten Befallsstellen

Die Zahl der Fallen wurde im Vergleich zum Vorjahr erneut erhöht. Hintergrund sind Funde von Asiatischen Laubholzbockkäfern im August 2025 am östlichen Rand des Biederitzer Buschs. Nach Einschätzung der LLG befindet sich Magdeburg inzwischen in der entscheidenden Phase der Bekämpfung. Ziel sei es, die letzten befallenen Bäume zu finden. Die Lockstofffallen ziehen ausschließlich Asiatische Laubholzbockkäfer an. Die Tiere werden dabei nicht gezielt bekämpft, sondern eingefangen und anschließend untersucht. Ein Fund bedeutet nicht automatisch, dass ein Baum gefällt werden muss. Er ist vielmehr ein Hinweis darauf, dass die Umgebung besonders genau überprüft werden muss.

Bürger sollen Fallen schützen und Funde melden

Neben dem Fallenmonitoring setzt die LLG auch auf weitere Methoden: Dazu gehören Kontrollen vom Boden und aus Baumkronen sowie der Einsatz von Spürhunden. Bleiben die Fallen von Mitte Mai bis Ende Oktober ohne Fund, steigt laut LLG die Wahrscheinlichkeit, dass keine weiteren Käfer geschlüpft sind. Die Behörde bittet die Bevölkerung weiterhin um Unterstützung. Verdächtige Beobachtungen sollen gemeldet werden. Außerdem sollen die Fallen nicht beschädigt oder entfernt werden. „Die Fallen sind ein wichtiges und umweltschonendes Instrument für die Überwachung“, sagt Christian Wolff. Ziel sei es, die aktuell rund 50 Quadratkilometer große Quarantänezone Schritt für Schritt verkleinern zu können.

Keine weiteren Funde außerhalb Magdeburgs

Zusätzlich überwacht die LLG mögliche Einschleppungsorte in Sachsen-Anhalt. Im Hafen Haldensleben und am Güterbahnhof Halle (Saale) wurden ebenfalls Fallen aufgestellt. Außerhalb der Quarantänezone Magdeburg wurden bislang keine Asiatischen Laubholzbockkäfer nachgewiesen.

 

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