Männer & Arbeit: Die neuen Zahlen für Sachsen-Anhalt

Zum Weltmännertag am 19. November lohnt sich ein Blick auf die aktuellen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit für Sachsen-Anhalt – und der zeigt ein ziemlich spannendes Bild: Mehr Jobs, mehr Teilzeit, mehr Männer in sozialen Berufen, gleichzeitig aber auch höhere Arbeitslosigkeit als bei Frauen.

In Sachsen-Anhalt sind aktuell rund 797.000 Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt, davon über 51 Prozent Männer. Während der Anteil der Frauen seit Jahren stabil bleibt, ist die Zahl der beschäftigten Männer in den letzten zehn Jahren deutlich gestiegen. Veränderungen gibt es aber nicht nur bei der Beschäftigungszahl, sondern auch beim Arbeitsmodell: 59.000 Männer arbeiten inzwischen in Teilzeit, vor zehn Jahren waren es noch 37.000. Der Trend geht also klar in Richtung flexiblerer Arbeitszeiten – auch bei Männern.

Interessant ist auch, wohin es Männer beruflich zieht. Neben den klassischen Industrie- und Handwerksjobs arbeiten immer mehr im sogenannten SAHGE-Bereich – also in sozialer Arbeit, haushaltsnahen Dienstleistungen, Gesundheit, Pflege oder Bildung. 29.000 Männer sind dort inzwischen tätig, 2014 waren es erst 20.000. Parallel dazu wächst die Nachfrage nach Fachkräften: 90.000 Männer arbeiten als Experten oder Spezialisten, während 66.000 als Helfer eingesetzt sind – also rund 16 Prozent aller männlichen Beschäftigten.

Weiterbildung spielt dabei eine immer größere Rolle. 3.700 Männer nutzten im vergangenen Jahr die Chance, sich beruflich weiterzuentwickeln; 13 Prozent davon mit dem Ziel, einen neuen Berufsabschluss zu erwerben. Besonders gefragt waren Qualifizierungen in Verkehr und Logistik, Unternehmensorganisation sowie im medizinischen und nicht-medizinischen Bereich.

Trotz aller positiven Entwicklungen bleibt ein Punkt kritisch: Männer sind häufiger arbeitslos als Frauen. Die Arbeitslosenquote lag 2024 bei 8,2 Prozent, bei Frauen bei 7,2 Prozent. Auffällig ist dabei vor allem, dass jeder zweite arbeitslose Mann keinen Berufsabschluss hat – und damit oft deutlich länger ohne Job bleibt.

Markus Behrens, Vorsitzender der Geschäftsführung der BA-Regionaldirektion Sachsen-Anhalt–Thüringen, bringt es auf den Punkt: Qualifikation entscheidet. Männer mit Ausbildung oder Weiterbildungen haben deutlich bessere Chancen – in Industrie, Logistik und zunehmend auch in sozialen Bereichen. Weiterbildung bedeutet nicht nur einen Arbeitsplatz, sondern auch stabile und bessere Zukunftsperspektiven

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