
Vor dem Weltbauerntag am 1. Juni wirbt die Agentur für Arbeit in Sachsen-Anhalt für mehr Ausbildungen und Studiengänge in landwirtschaftlichen und verwandten Berufen. Zwar bleibe das Interesse junger Menschen an sogenannten grünen Berufen hoch, doch die Zahl der Auszubildenden sei in den vergangenen zehn Jahren im Land leicht gesunken, teilte die Agentur mit. Gab es vor zehn Jahren noch 625 Auszubildende in land-, tier- und forstwirtschaftlichen Berufen, sind es aktuell 584. Während die Zahl der Azubis in der Landwirtschaft um 32 stieg, verzeichnete die Tierwirtschaft ein Minus von 40.
«Ob ein "grüner Beruf" für einen jungen Menschen persönlich infrage kommt, lässt sich gut in einem Freiwilligen Ökologischen Jahr herausfinden», sagte die Chefin der Agentur für Arbeit Sachsen-Anhalt West, Anja Huth. Die Freiwilligen erhalten monatlich 280 EURO Taschengeld sowie einen monatlichen Zuschuss von 70 EURO für Verpflegung. Außerdem wird die gesetzliche Sozialversicherung übernommen, eine ermäßigte Bahncard 50 finanziert und es gibt 26 bezahlte Urlaubstage. Der Anspruch auf Kindergeld wird nicht berührt.
Nach Angaben der Agentur steht die Branche vor einem demografischen Wandel: Im Bereich der Agentur für Arbeit Sachsen-Anhalt West etwa sei fast jeder dritte Beschäftigte in der Land-, Tier- und Forstwirtschaft 55 Jahre oder älter. Auf zwei Fachkräfte, die in den Ruhestand gehen, komme derzeit nur eine Nachwuchskraft unter 25 Jahren. «Grüne Studiengänge» – etwa in Agrarwissenschaften, Landschaftsarchitektur oder Naturschutz – bieten weitere Karrierewege. Angebote gibt es unter anderem an der Hochschule Anhalt in Bernburg und der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.