





Nach dem spektakulären Fund von Hunderten Kilogramm der Aufputschdroge Captagon in einem Gemüsehandel im sachsen-anhaltischen Landsberg dauern die Untersuchungen an. Es seien weit über 20 Paletten sichergestellt worden, teilte die Polizei auf Anfrage mit. Wegen des hohen Aufwands sei frühestens Ende der Woche mit belastbaren Ergebnissen zur Gesamtmenge zu rechnen.
Mittlerweile hat die Polizei alle Paletten mit einem mobilen Röntgengerät untersucht und noch mehr der Pillen gefunden. Insgesamt mindestens 360 Kilogramm, also etwa 2,1 Millionen Tabletten. Deren geschätzter Wert beträgt rund 25 Millionen Euro, so ein Polizeisprecher. Auch die restliche Lieferung mit Spinat und Pfefferpaste wurden untersucht. Hier fanden die Polizisten keine Drogen, sie war vermutlich nur zur Tarnung gedacht.
Aller Wahrscheinlichkeit nach halten sich die Täter im Ausland auf und konnten noch nicht ermittelt werden. Aus ermittlungstaktischen Gründen machte die Polizei zunächst keine weiteren Angaben - etwa zur Herkunft der Drogen. «Was wir sagen können ist, dass wir derzeit davon ausgehen, dass es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht um Drogen handelt, die für den deutschen Markt bestimmt waren», sagte ein Sprecher.
Captagon ist eine synthetische Droge aus der Gruppe der Amphetamine, die ursprünglich in den 1960er Jahren als Medikament auf den deutschen Markt kam, aber heute nicht mehr legal produziert wird. Was heute unter dem Namen Captagon geschmuggelt wird, enthält normalerweise nicht mehr den Originalwirkstoff Fenetyllin, sondern hauptsächlich Amphetamin.
Laut dem Bundeskriminalamt macht Captagon hochgradig abhängig und kann Depressionen, Halluzinationen und Angstzustände auslösen. Die Droge wird vor allem im Mittleren Osten konsumiert, sie soll unter anderem in Syrien hergestellt werden.
Quelle: dpa