
Die Temperaturen steigen – und mit ihnen der Wunsch nach einer kühlen Wohnung. Klimaanlagen versprechen Abhilfe, doch was gibt’s dabei eigentlich zu beachten? Wir haben mit Gebäudeenergieberater Steffen Krist gesprochen und die wichtigsten Fragen geklärt.
Wann ist eine Klimaanlage sinnvoll?
"Klimaanlagen sind insgesamt als sinnvoll zu bezeichnen, gerade im Zeitraum der Klimaänderung und der höheren Raumtemperaturen, die aufgrund der höheren Außentemperaturen vorherrschend sein können, ist es so, dass man sich letztlich durch Klimaanlagen wohlbefinden in die Räumlichkeiten zurückholen kann. Im privaten Bereich ist die Klimaanlage natürlich in den Schlafräumen auch sehr nützlich, da man dann sich durch das Herabsetzen der Innenraumtemperatur günstige Bedingungen für den erholsamen Nachtschlaf schaffen kann."
Ist die Nachfrage nach Klimaanlagen gestiegen?
"Die Nachfrage ist tatsächlich gestiegen, begründet wiederum in den längeren Zeiträumen, die der Sommer mit hohen und dauerhaft hohen Temperaturen in den letzten Jahren generiert hat. Und von daher sind in den betrieblichen, aber auch in den privaten Bereichen die Anzahl der Nutzer von Klima- und Kälteanlagen deutlich gestiegen."
Reichen Rollläden/Fensterläden aus, um keine Klimaanlage zu benötigen?
Verschattungsanlagen jeglicher Art, ob das Fensterläden sind, wie man das aus alten Gebäuden in Deutschland noch kennt, oder eben heute die verwendeten Rollläden und Jalousien, sind immer eine positive Einrichtung, die die Wärmestrahlung in die Räume mindert. Letzten Endes wird aber durch diese Verschattungsanlagen der Zeitpunkt der erhöhten Raumtemperatur noch etwas verschoben. Irgendwann wird es in den Räumen trotzdem sehr warm und man kann da ausgehen davon, dass die Klimaanlage den restlichen Anteil der zu hoch erwärmten Luft dann in der Lage ist abzukühlen. Und deswegen sind Verschattungsanlagen sehr, sehr günstig, aber nicht zum Ersatz von Klimaanlagen endgültig geeignet.
Wie hoch ist der Stromverbrauch einer normalen Klimaanlage?
Klimaanlagen für den privaten Bereich liegen im Schnitt bei einer Nennleistung von etwa 2,5 kW, die letztlich dafür sorgen, dass man bei einer vernünftigen Nutzung der Klimaanlagen zwischen 700 und 1000 Kilowattstunden Strom im Jahr verbraucht. Ein Kühlschrank wird um die 500 Kilowattstunden im Jahr verbrauchen, die Klimaanlage dann eben etwas mehr.
Wie verwende ich eine Klimaanlage richtig?
Die Klimaanlage allgemein sollte nur in den absolut notwendigen Zeiträumen verwendet werden. Das heißt, wenn ich auch zu Hause und anwesend bin. Und man sollte zusätzlich eine Nachtlüftung, sofern die Nachttemperaturen auch entsprechend niedrig sind, nutzen, um über die eigentliche Fensterlüftung dann auch die Luftinnenraumtemperatur schon abzusenken und dann die Klimaanlage auch nicht unbedingt wesentlich niedriger stellen, als dass die Außentemperatur ergibt. Das heißt, je höher der Temperaturunterschied, den ich an meiner Klimaanlage einstelle gegenüber der Außentemperatur, umso mehr Strom werde ich verbrauchen.
Was muss man beachten, im Winter und bei der Pflege?
Es muss schon ab und zu mal ein Betrieb der Anlage erfolgen. Die Klimaanlagen heute können ja auch alle heizen, muss man ja auch dazu sagen. Und man muss natürlich, wenn man in den Winterbetrieb geht, auch wissen, dass ich dort die Außengeräte teilweise von Schmutz, Staub, toten Insekten und ähnlichen dann befreie, um letzten Endes den Betrieb im Sommer wieder aufnehmen zu können, dass das problemlos funktioniert. Und zum Rahmen der Erwartung und Pflege gehört natürlich auch, dass man innerhalb von zwei bis drei Jahren diese Anlage von einem Fachmann noch einmal auch prüfen lassen sollte.
Ist Klimaanlagenluft ein Erkältungsrisiko?
Da besteht schon die Möglichkeit, dass die Erkältungsgefahr letzten Endes vorhanden ist. Das gilt nicht nur in der Urlaubszeit, sondern auch für den privaten Betrieb von Kälteanlagen. Wichtig ist, dass man den Einbauort der Klimaanlagen im Vorhinein gut plant, um dann auch letztlich nicht in dem Luftzugbereich der Gebläse, die dort eingebaut sind, zu sitzen oder auch dort sich zu beschäftigen. Nicht nur die Erkältungsgefahr besteht, sondern, auch wenn die Klimaanlagen nicht oder nur wenig gewartet werden, dann können dort in dem ganzen System Bakterien, Schimmel und andere Dinge entstehen, die letzten Endes sich auch nicht positiv auf die Gesundheitsbedingungen in den Wohnräumen auswirken.
Welche Innovationen gibt es denn bei Klimaanlagen?
Alternativen werden in der heutigen Zeit schon in den indonesischen Ländern versucht zu installieren. Da wird also durch Verdunstungskälde die Kühlung erzeugt. Das kennen Männer ganz gut. Wenn die Bierflasche am Strand in ein feuchtes Tuch eingewickelt wird, dort wird durch das Verdampfen der Feuchtigkeit letzten Endes Kälte erzeugt. Und das wird dann für Klimaanlagen analog so angewendet.
