
Beim Spiel des 1. FC Magdeburg traf radio SAW Muckefuck Holger Tapper Gustav von Tokio Hotel. Und er ließ es sich nicht nehmen, Gustav mal zu fragen, was ihn in der Region hält, ob er den Podcast von Bill und Tom verfolgt und wie es eigentlich weiter geht mit Tokio Hotel.
Das Interview könnt Ihr hier anhören und nachlesen.
Ja, Tokio Hotel. Kult, oder ist das nicht so deine Band?
Gustav: Das ist total meine Band. Ich weiß nur nicht, ob ich jetzt mit 36 sagen würde, Kult. Vielleicht kann ich mich auch wieder dran gewöhnen an dieses Teenie, Teenie-Band, Teenie-Idol-Band oder irgendwie sowas. Aber mir ist es eigentlich relativ egal. Ich bin der Schlagzeuger und das ist halt das Coole daran.
Und du bist immer mit Sachsen-Anhalt verbunden geblieben, du bist nie weggezogen. Warum hat es dich hier gehalten, während andere irgendwie... Du bist ja nicht der Einzige von den Vieren, aber die anderen beiden, warum bist du immer in Sachsen-Anhalt geblieben?
Gustav: Holger, ganz unter uns, die Grundstückspreise. Nein, also wie gesagt, ich habe die Familie hier in der Gegend und wie gesagt, deshalb war es für mich eigentlich nie ein großes Ding zu sagen, ich ziehe jetzt irgendwie irgendwo anders hin. Das ist tatsächlich so. Und ja, es war nicht gelungen. Es waren die Grundstückspreise und natürlich die Familie. Hast du mal gefühlt irgendwie, dass... Ja, manchmal ist es ja auch so, der Prophet im eigenen Land, der zählt nichts. Also wir kennen es von den Scorpions oder sowas, der im Ausland kommt besser an als jetzt zum Beispiel in Deutschland.
Habt ihr das auch irgendwie mal so gefühlt, dass ihr denkt, Mensch, wir sind doch einfach total geil, aber im Ausland werden wir halt irgendwie größer gefeiert?
Gustav: Ja, ich meine, klar, wir hatten das in der Anfangszeit, wo ja dann wirklich die Daddies mit ihren Töchtern auf irgendwelche Konzerte gekommen sind beziehungsweise auf Veranstaltungen, wo wir dann auch gespielt haben, wo dann halt dann gefühlt irgendwie die Bierbecher geflogen sind und die Teenies haben sich die Seele aus dem Leib geschrien. Das hat man heutzutage zum Glück nicht mehr. Ich meine, heutzutage wäre es friedlichhaft zu sagen als erwachsener Mann, ich schmeiße irgendwelche Sachen auf irgendeine Teenie-Band, die irgendwie so 16, 17 Jahre alt sind. Und von daher, nee, ich glaube, wir haben uns jetzt hier ganz gut gemacht und ich glaube, das können wir auch gut und stolz sagen. Und jeder kann, glaube ich, irgendwie was mit uns verbinden, ob positiv oder negativ.
Aber ich glaube, jeder weiß, was er im August 2005 gemacht hat, als "Durch den Monsun" rauskam. Wo warst du da?
Gustav: Wir haben letztens gerade darüber gesprochen, wenn wir unser Jubiläumskonzert gefeiert haben, 20 Jahre. Wir waren in Österreich und haben da quasi gerade Promotour gemacht und haben so die ersten Trendshots bekommen und haben dann festgestellt, das wird eine Nummer 1 Single.
Jetzt weißt du ja alles über die anderen Jungs, aber guckst du trotzdem diese Netflix-Geschichten von denen?
Gustav: Ja, ja, doch. Also ich suchte das dann so an ein, zwei Tagen durch. Ich bin ja auch ein bisschen mit dabei. Aber ich meine, das nochmal so zu sehen in einem schönen Schnitt ist natürlich herausragend und wie dann so Gegenschnitte gemacht werden. Das ist schon, das ist schon, das ist Hollywood-reif. Definitiv.
20 Jahre "Durch den Monsun" habt ihr gefeiert. Wie viele Jubiläen werden wir noch feiern können? Wie lange bist du noch dabei? Wie lange wird es auch noch geben? Weißt du das?
Gustav: Also ich glaube, wir haben alle Tendenz, gar keinen Bock, uns nach 20 Jahren jetzt irgendwie noch irgendwen anders zu suchen. Also egal, ob wir jetzt einen Gitarristen, Bassisten oder Schlagzeuger rausschmeißen. Weil das ist ja auch wieder so eine Neukennenlernen-Phase und den ganzen Kram. Das ist dann wie in so einer gewachsenen, guten, gesunden Beziehung. Da kannst du dir irgendwann auch nicht mehr vorstellen, du, jetzt bin ich jetzt 25 Jahre mit dir zusammen. Jetzt noch mal was Neues. Nee, auf gar keinen Fall. Das ist bei mir. Das macht man halt nicht. Und von daher, nee, ja, ich weiß nicht. Feiert man jetzt jedes Jahr oder, also das macht man so intern.
Das solltet ihr tun. Das kann jederzeit vorbei sein. Alle fünf? Alle fünf dann? Feiert doch jeden Monat einmal. Oder jeden Monat einmal.
Gustav: Genau, genau, ja. So machen wir das.