
Etwas Mystisches liegt in der Luft, wenn man den Platz der ehemaligen Siedlung bei Stangerode betritt. Eine große Linde überragt die alte Gerichtshütte sowie die Ruine der Kirche. Andre Nidostadek ist Professor für Recht an der Hochschule Harz und hat ein Buch ("RECHT SEHENSWERT! 77 einzigartige Orte des Rechts in Deutschland entdecken") über bedeutende Orte des Rechts geschrieben. Auch Volkmannrode ist Teil des Buches.
"Hier gab es das Klage- und Rügegericht schon seit dem Mittelalter, seit dem 15. Jahrhundert. Über 400 Jahre hat man an dieser Stelle Recht gesprochen. Hier wurden so kleinere Dinge verhandelt, also kleinere Freveltaten beispielsweise. Und es ging um Steuern und Abgaben. Größere Diebstähle oder auch andere größere Dilekte, die hat man dann woanders hin verschoben."
Mit Salutschüssen wurde das Gericht eröffnet und alle Familien im Umkreis mussten jemanden entsenden. Das dieser Ort bis heute erhalten ist begeistert den Professor.
"Das Faszinierende für mich ist hier der einfach unglaubliche Ort. Wir sind hier wirklich mitten in der Natur und dass sich das über die Jahrhunderte hier bewahrt hat, das ist wirklich einzigartig und tatsächlich auch deutschlandweit einzigartig."
Auch andere spannende Orte des Rechts in Sachsen-Anhalt hat der Autor besucht und in sein Buch aufgenommen.
"In Sachsen-Anhalt gibt es eine ganze Menge Orte. Nicht allzu weit weg von hier immer ein Besuch wert ist die Burg Falkenstein mit einer Dauerausstellung zum Sachsenspiegel beispielsweise. Der Sachsenspiegel in Reppichau, da gibt es einen eigenen Ort, der sich komplett diesem Rechtsbuch verschrieben hat als ein Kunstprojekt. Und dann gibt es auch noch in Halberstadt den Halberstädter Dom. Da gibt es ein Gedächtnisgrabmal für den vermutlich ersten Juraprofessor. Und dann natürlich in Magdeburg das Magdeburger Stadtrecht. Sachsen-Anhalt hat wirklich viel zu bieten."