
Das in Halle geplante Zukunftszentrum für Deutsche Einheit und Europäische Transformation nimmt Gestalt an. Nach Angaben der Betreibergesellschaft sind die ersten Jobs bereits besetzt. In den kommenden Jahren soll das Team stetig wachsen – langfristig sollen rund 180 Leute im Zukunftszentrum arbeiten.
Parallel dazu bereitet der Bund die nächsten baulichen Schritte vor: In den kommenden Monaten sollen die Planungsleistungen ausgeschrieben und vergeben werden. Zuständig ist die Bundesbauverwaltung Sachsen-Anhalt. Ein genauer Eröffnungstermin und eine aktualisierte Kostenschätzung werden derzeit noch zwischen Bund und weiteren Beteiligten abgestimmt. Nach bisherigen Planungen soll der Bau im Jahr 2030 fertiggestellt sein.
Eine wichtige Entscheidung ist bereits gefallen: Der internationale Realisierungswettbewerb für das Gebäude wurde im April 2025 abgeschlossen. Den Zuschlag erhielt ein Berliner Planungsteam. Deren Entwurf bildet nun die Grundlage für die weitere Planung. Vorgesehen ist ein rund 58 Meter hohes Gebäude mit einer transparenten Glasfassade, vielen Zugängen statt eines klassischen Haupteingangs und einem großen Veranstaltungsforum im Erdgeschoss. Insgesamt sollen rund 14.000 Quadratmeter für Forschung, Ausstellungen und Dialog entstehen.
Die Hallenser sollen mitreden. Ein erster Entwurf des Bebauungsplans lag bereits im Herbst 2025 öffentlich aus. Die dabei eingegangenen Hinweise sollen in einen Bauplan einfließen, der im Frühjahr kommenden Jahres vorliegen soll. Zudem kündigte die Stadt an, in den nächsten Monaten gezielt mit Politik und Bevölkerung darüber zu beraten, wie der geplante Park vor dem Zukunftszentrum gestaltet werden soll.
Begleitet wird der Bauprozess von Informations- und Dialogveranstaltungen. Schon in den vergangenen Monaten gab es mehrere öffentliche Termine, unter anderem an der Universität. Auch 2026 will die Stadt die Bevölkerung weiter über Ziele, Inhalte und Fortschritte des Projekts informieren.
Für Halle hat das Vorhaben große Bedeutung: Das Zukunftszentrum gilt als eines der wichtigsten Bauprojekte der kommenden Jahre – und soll nicht nur architektonisch, sondern auch inhaltlich ein Ort des Austauschs werden, an dem die Erfahrungen der deutschen Einheit gemeinsam mit der Bevölkerung weitergedacht werden.
Mit dem Bau des Zukunftszentrums ist auch eine umfassende Umgestaltung des Riebeckplatzes verbunden. Verkehrsführung, Grünflächen und eine neue Brücke zum Gebäude gehören zu den geplanten Maßnahmen. Ziel sei es, eine attraktive und begrünte Querung für Fußgängerinnen, Fußgänger und Radfahrende zu schaffen. Bis spätestens Juni 2028 soll das Baufeld vorbereitet sein, zentrale Teile der Platzumgestaltung sollen bis dahin abgeschlossen werden.