
Die Fußballwelt trauert um Eberhard Vogel. Der Ausnahmestürmer starb am 1. September nach schwerer heimtückische Krankheit im ALter von 83 Jahren. Er war bescheiden, immer hochprofessionell und auf seiner Position Weltklasse.
440 Oberliga-Einsätze machten ihn zum Rekordspieler der DDR. Mit vielen Toren und unzähligen Flügelläufen verschaffte er sich auch Respekt und Anerkennung im Ausland. So sehr, dass selbst der legendäre Pele Vogel als Sturmpartner zu seinem FC Santos holen wollte. Zwei Millionen D-Mark sol dem FC Carl Zeiss Jens geboten worden sein.
Anfang der 2000er trainierte er den 1. FC Magdeburg. Mit ihm schlug er in der 2. DFB-Pokal-Runde 2000/2001 in einem legendären Spiel den FC Bayern München und warf diesen aus dem Rennen.
188 Punktspieltore bedeuten Platz zwei hinter Joachim Streich (229 Treffer). 74 DDR-Auswahl-Einsätze mit 25 Toren und 24 Spiele für die Olympia-Auswahl mit zehn Treffern stechen aus seinen Karrieredaten hervor. Der DDR-Meistertitel mit Karl-Marx-Stadt 1967 und die drei FDGB-Pokalsiege mit Jena (1972, 1974, 1980) werden getoppt von den beiden olympischen Bronzemedaillen 1964 und 1972 sowie dem Finale im Europapokal der Pokalsieger 1981 mit Jena gegen Dynamo Tiflis (1:2). Und auch bei der WM 1974 gehörte er zum Aufgebot.
Nach der aktiven Karriere arbeitete Vogel von 1983 bis 1990 den DDR-Fußball-Verband. 1986 wurde er mit der Junioren-Auswahl um Matthias Sammer Europameister, im Jahr darauf mit der U20 WM-Dritter. Schließlich holte die U16 1989 noch EM-Silber. Das Ende des DDR-Fußballs erlebte Vogel als Assistenztrainer der letzten Nationalmannschaft an der Seite von Eduard Geyer.
Nach der Wende war er als Club-Trainer in Jena, bei Hannover 96, beim 1. FC Magdeburg oder beim Dresdner SC oder auch als Auswahltrainer in Togo engagiert.