11.10.2025, Sachsen-Anhalt, Magdeburg: Peter Selig von der Drohnenflugschule Magdeburg macht einen Testflug mit einer Agrardrohne auf dem Flugplatz Magdeburg.

Drohne geschenkt bekommen? Das gilt für Piloten in Sachsen-Anhalt

Drohnen werden immer günstiger und einfacher zu bedienen – doch genau das führt nach Einschätzung von Fluglehrer Peter Selig aus Magdeburg häufig zu Problemen. Viele Piloten unterschätzten die gesetzlichen Vorschriften, sagt der Betreiber einer Drohnenflugschule. Ein weit verbreiteter Irrtum sei, dass Drohnen überall und jederzeit geflogen werden dürften.

Tatsächlich gelten in der gesamten EU klare Regeln für sogenannte unbemannte Luftfahrzeugsysteme. Entscheidend sind unter anderem das Gewicht der Drohne und der Ort des Fluges. In vielen Fällen sind eine Haftpflichtversicherung, die Registrierung beim Luftfahrtbundesamt sowie eine Kennzeichnung der Drohne vorgeschrieben. Je nach Größe und Nutzung müssen Piloten außerdem einen EU-Kompetenznachweis oder ein Fernpilotenzeugnis vorweisen.

Auch mit einem Drohnenführerschein gelten weiterhin Flugverbote, Sicherheitsabstände und Einschränkungen. Häufig würden diese im Alltag missachtet. Das Thema Luftrecht werde in Prüfungen seiner Ansicht nach nicht ausreichend vertieft behandelt. Der Magdeburger Fluglehrer warnt: Regelverstöße schaden nicht nur der Sicherheit, sondern auch der Akzeptanz von Drohnen insgesamt. Unkontrollierte Flüge sorgten für Kritik und Ängste, etwa beim Datenschutz. Sein Rat an Einsteiger ist klar: sich vor dem ersten Start gründlich informieren, klein anfangen und nur in sicheren, freien Bereichen üben. „Sicherheit geht vor Spaß.“

Wo steht auf meiner Drohne, welche Vorschriften für sie gelten?

Nicht die Drohne sagt dir, was erlaubt ist – sondern Gewicht, C-Klasse und Einsatzort. Also: Auf der Drohne selbst steht das meist nicht direkt – aber es gibt ein paar Stellen, an denen Ihr die entscheidenden Hinweise findet.

1. Typenschild an der Drohne

Auf oder unter der Drohne (oft im Akkufach oder am Rumpf) findest du ein Typenschild. Dort stehen z. B.:

  • Hersteller und Modell
  • Seriennummer
  • Gewicht (oder zumindest die Modellbezeichnung, über die du das Gewicht herausfindest)
  • ggf. eine C-Klasse (C0–C4)

👉 Warum wichtig?
Gewicht und C-Klasse entscheiden darüber, welche EU-Vorschriften für deine Drohne gelten (z. B. ob du einen Kompetenznachweis brauchst und wo du fliegen darfst).

2. C-Klassenkennzeichnung (C0–C4)

Neuere Drohnen haben oft ein gut sichtbares C-Label:

  • C0: unter 250 g
  • C1: unter 900 g
  • C2–C4: größere und leistungsstärkere Drohnen

➡️ Anhand dieser Klasse lässt sich direkt ableiten:

  • welche Führerscheine nötig sind,
  • welche Abstände einzuhalten sind,
  • ob du über Menschen fliegen darfst oder nicht.
3. In der App oder im Handbuch

Viele Hersteller (z. B. DJI) zeigen in der Steuerungs-App:

  • Modell- und Gewichtsdaten
  • teilweise Hinweise zu rechtlichen Einschränkungen

Im Handbuch steht oft, in welche Betriebskategorie (offen, speziell) die Drohne fällt.

4. Registrierung & Kennzeichen

Wenn du deine Drohne beim Luftfahrt-Bundesamt (LBA) registrierst, bekommst du eine eID, die auf der Drohne angebracht werden muss.
👉 Die Registrierung bestätigt indirekt, welche Regeln für dein Modell gelten – ersetzt aber nicht das eigene Informieren.

 

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