
Die Spargelsaison steht in den Startlöchern und allgemein gilt: "Der Deutsche freut sich auf sein Lieblingsgemüse!" Was macht den Mythos Spargel aus? Wir haben mit Arne Garlipp, Inhaber von Garlipp Spargel in Tangerhütte/Scheldorf, unter anderem auch dazu gesprochen.

1. Woran liegt es, dass es ein gutes Spargeljahr wird?
Arne Garlipp: Der Sommer 2025 hat mit viel Sonnenschein gute Dienste erwiesen, weil alles, was wir nämlich 2026 an Spargel ernten, ist der Ertrag und die Früchte der Arbeit des vorherigen Jahres. Und noch dazu ist es auch so, dass der Winter dieses Jahr wieder schön kalt und recht kräftig ausgefallen ist. Und dieser Kältereiz, den der Spargel auch physiologisch braucht, trägt dazu bei, dass er erstens sagt, ich möchte möglichst schnell und viel in Ertrag gehen und auch möglichst früh.
2. Wann gibt es den ersten regionalen Spargel zu kaufen?
Arne Garlipp: Also wir werden tagtäglich damit konfrontiert, wann gibt es den ersten Spargel, wir selber sind da auch total gespannt und schauen auf unsere Indikatoren, wo wir das von absehen können. Also wir rechnen damit mit dem Blick jetzt in die Glaskugel, dass wenn das Wetter so schön sonnig bleibt und wir hatten ja schon in den letzten 14 Tagen wirklich tollen Sonnenschein, denken wir, dass wir bereits in der Osterwoche, in den Tagen vor Ostern mit dem ersten Spargel an den Verkaufsständen präsentieren können.
3. Mit welchen Preisen müssen wir rechnen?
Arne Garlipp: Also das Preisspektrum erstreckt sich von 9,90 Euro bis 12,90 Euro bei uns, es ist also für jeden Geldbeutel etwas dabei und wir haben uns auf die Frage geschrieben, dass wir dieses Jahr den Preis im Vergleich zum letzten Jahr nicht erhöhen werden, sondern ihn stabil auf diesem Niveau beibehalten möchten.
4. Wann ging die Spargelsaison das letzte Mal so früh los?
Arne Garlipp: Auch im Vergleich zum letzten Jahr war es so, dass wir zum jetzigen Zeitpunkt im Vergleich zum letzten Jahr von einer ähnlichen Situation ausgegangen sind. Es war auch dort schon sehr mild im März, doch dann wurde es schnell wieder längere Zeit kühl, nass und windig. Was man aber jetzt momentan absehen kann, dass wenn wir in die Wetterprognose schauen, sehen wir, dass auch in den nächsten Tagen es weiterhin sonnig bleibt. Es ist gar nicht so unpopulär, dieser frühe Erntestart. Das können wir aber sagen, weil wir mit diesen Sonnenkunden arbeiten, die den Spargedamm abdenken und die Sonne der Einfang in Wärmestrahlen umwandeln und damit die Spargeerde und den Spargedamm nachhaltig erwärmen.
5. Spargel lieber mit Butter oder lieber mit Sauce Hollandaise?
Arne Garlipp: Für mich oder in unserer Familie ist der Spargel ganz klassisch mit zerlassener Butter und ein bisschen Semmelkrum dazu die klassische und beliebteste Variante. Die Soße des Weges ist auch mal lecker, aber bei uns ganz klassisch, würde ich sagen, altmärkisch mit zerlassener Butter und Semmelkrum.
6. Gibt es Trends beim Spargel dieses Jahr?
Arne Garlipp: Was immer noch für viele Leute neu ist, ist, dass in der Vorbereitung auf das Schälen verzichtet werden muss, weil man bei uns den Spargel fertig geschält bekommt und man nur noch in den Kochtopf werfen muss. Ein bisschen eine Prise Salz und Zucker dazu, ein bisschen Messerspitze Butter und nur noch kochen und genießen. Was wir auch merken, ist, dass die Nachfrage und das Interesse an dem Grünspargel auch mehr und mehr zunimmt. Der ist super vielseitig als in Salat oder blanchiert in der Pfanne. Und wir merken auch, dass die Nachfrage zum Beispiel nach Rezepten steigt, wo vielleicht eine sogenannte Spargel Bowl mit weißem Spargel, aber auch Grünspargel enthalten. Vor allem junge Familien und junge Leute haben da Lust, neue Rezeptideen zu kreieren und auszuprobieren.
7. Was macht die Faszination Spargel aus?
Arne Garlipp: Spargel ist für uns und für viele andere hier auch in der Region ein Symbol für eine regionale und heimatnahe Produktion und dieser Spargel ist außerdem auch ein Symbolbild für den beginnenden Frühling. Es ist das erste heimische saisonale Gemüse und das verbinden viele, viele Leute einfach mit ich habe jetzt den Winter satt, es ist Frühling, die Sonne scheint und damit auch geht der Spargelnuss einher und ist ein Frühlingsbrote.
8. Warum schmeckt der Spargel aus der Altmark so gut?
Arne Garlipp: Gerade der alpmärkische Spargel, der im sandigen Bohnen wächst, hat einen sehr lieblichen Genuss, den wir mitbringen, weil der Spargel im sandigen Bohnen lieblicher schmeckt und wenn er auch noch gut versorgt ist mit Wasser und Nährstoffen, kann man da einen sehr wohl schmeckenden Spargel genießen.
9. Warum ist die Altmark so gut für den Spargelanbau?
Arne Garlipp: Die Altmark ist in Bezug auf den Spargeleinbau charakterisiert durch ihre Sandböden und diese sandigen Böden beeinflussen auch den Geschmack des Spargels, das heißt auf schweren Böden würde der Spargel herber schmecken und auf sandigen Böden wie in der Altmark schmeckt der Spargel lieblich und das ist auch der Genuss, den unsere Kunden noch schätzen, lieblichen Geschmack, was vor allem kommt durch eine gute Wasser- und Nährstoffversorgung und in einen leicht und schnell erwärmenden, sandigen Boden, wie gerade der Spargel, ja, am besten.
10. Welches wäre ein gutes Rezept für alle, die bisher mit Spargel noch nicht viel am Hut hatten?
Arne Garlipp: Wenn man den grünen Spargel auf den Grill legt, in einer Schale, in einer Alu-Schale oder in einer Grillschale, auf den Grill legen, den Spargel montieren, das sieht einmal optisch richtig super aus und schmeckt richtig gut. Das ist für viele, vor allem junge Familien, so ein Einstiegsmodell in den Spargelkonsum. Und außerdem ist es beim weißen Spargel so, wenn man den weißen Spargel schon leicht geschält erwirbt, ist der auch im Handling super einfach. Wenn man den dann auch zum Beispiel in Blätterteig einrollt und in Blätterteig gart, macht das auch mal ein ganz anderes, aber wohlschmeckendes Gericht aus.
11. Wodurch unterscheiden sich weißer und grüner Spargel?
Arne Garlipp: Der grüne Spargel ist dadurch charakterisiert, dass er einmal einen etwas höheren Vitamin-C-Anteil hat durch die grüne Färbung und er hat einen etwas nussigen Geschmack und das macht sich ja einfach, wenn er gerade, wenn er ein bisschen auch blanchiert in der Pfanne wurde, hat er einfach einen etwas nussigen Geschmack, sagt man dazu oder so würde man es bezeichnen.
12. Stimmt es, dass Spargel bei jungen Menschen nicht so beliebt ist?
Arne Garlipp: Mit der Bereitstellung von geschälten Spargel, von leckeren, vielseitigen Spargelrezepten und auch der Verfügbarkeit von kontaktloser Zahlung. Dadurch sind die Spargelliebhaber auch in dem jungen Alter immer mehr.
13. Warum ist Spargel gesund?
Arne Garlipp: Ja, Spargel hat einen gewissen Vitamin-C Anteil, es ist Folsäure enthalten und es hat einen entgiftenden und damit auch entwässernden Charakter, wenn man ihn isst.
14. Wie bleibt Spargel zu Hause länger haltbar?
Arne Garlipp: Am besten ist es, Sie wickeln den Spargel in ein feuchtes Geschirrtuch und legen ihn in den Kühlschrank. Ein weiterer Tipp für die frische Haltung des Spargels ist auch, wenn man den Spargel kauft am Verkaufsstand und nun ist es ja manchmal schon gerade im Frühjahr mächtig warm und im Auto sowieso, ist es wichtig, die Tüte nicht zuzubinden, nicht zu schließen, sondern geöffnet den Spargel in den Kofferraum stellen, weil so kann nämlich die entstehende Luft und Wärme über den Spargel entweichen und der Spargel bleibt nicht in seinem eigenen Gas dort und verkommt darin.
15. Welches ist für sie das perfekte Spargel-Gericht?
Arne Garlipp: Also bei mir ist es das Schnitzel, einen schönen Stangenschwagel dazu, einen Schnitzel, eine festkochende Kartoffel dazu und gegebenenfalls Soße Hollandaise oder zerlassene Butter, aber das ist so ganz klassisch unser Leibgericht.
16. Welchen Mythos über Spargel würden sie gern mal aufdecken?
Arne Garlipp: Das ist für mich, dass auch Grünspargel geschält werden muss. Und zwar das untere Drittel des Grünspargels muss geschält werden, weil ansonsten würde man auch dort nach dem Kochen und beim Genießen die Spargelschale merken.
17. Woher kommt dieser Mythos?
Arne Garlipp: In der Vergangenheit, als es noch wenig Grünspargel so auf dem deutschen Markt gab, wurden andere Sorten, die aber kein eigentlich umgangssprachlich richtiger Grünspargel eigentlich waren, wurden dort angebaut und die mussten zum Teil tatsächlich gar nicht geschält werden. Aber diese Sorten gibt es so nicht mehr auf dem Markt und dementsprechend müssen alle Konsumenten wissen und lernen, auch der Grünspargel muss im unteren Drittel geschält werden, um ihn ohne Probleme genießen zu können.
18. Kann man an ihren Verkaufsständen mit Karte bezahlen?
Arne Garlipp: Wir sind ja selber eine junge Familie und wir möchten ja auch gerne, weil wir merken, wir haben auch immer weniger Bargeld dabei, unser Freundeskreis und so weiter. Wir wollen ja auch junge Leute an unsere Spargelstände locken, ohne die Hemmung zu haben. Oh mein Gott, wie kann ich bezahlen? Und darum haben wir bereits nun das zweite Jahr an allen unseren Verkaufsständen die Möglichkeit, kontaktlos, ob mit dem Smartphone, mit der Smartwatch oder mit der EC-Karte zu bezahlen und da merken wir, das findet immer mehr Anklang, egal ob bei jung als auch bei alt.
19. Sie machen die Arbeit nicht allein. Wie sieht ihr Team aus?
Arne Garlipp: Also Spargel ist nach wie vor eine sehr handintensive Kultur, die wir anbauen und wir finden Unterstützung, Gott sei Dank, von unseren Kollegen aus Rumänien. Wir haben dort zum Spitzenpunkt in unserer Saison um die 70 rumänische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf dem Hof, die bei uns wohnen, die wir beherbergen, mit denen wir uns gemeinsam den Hof teilen. Bei der Spargelernte, zum Spargel sortieren, bei der Spargelschälung, also alles was dazugehört, dass der Spargel super frisch und lecker am Verkaufsstand ankommt. Und nach wie vor beschäftigen wir natürlich auch all unsere zahlreichen Verkäuferinnen und Verkäufer, die in all unseren Spargelhäuschen das Bild unserer Familie, unser Produkt repräsentieren und den Spargel bis Ende Juni anbieten.