
Nach über 150 Jahren gibt es in Dessau-Roßlau eine kleine Sensation in der Vogelwelt: Zum ersten Mal seit dem 19. Jahrhundert hat hier wieder eine seltene Wiesenweihe gebrütet.
Mitarbeiter vom WWF haben das Pärchen im Mai eher zufällig bei einer Kontrolle entdeckt. Das Problem: Wiesenweihen bauen ihre Nester nicht oben auf Bäumen, sondern auf dem Boden, meistens in Getreidefeldern. Deutschlandweit gibt es nur noch rund 500 Paare, bei uns in Sachsen-Anhalt gerade mal etwa 40. Dass die Vögel sich ausgerechnet ein Feld in Dessau ausgesucht haben, war also ein riesiges Geschenk, aber eben auch extrem gefährlich wegen Mähdreschern und Füchsen.
Wie hat man die Vogel-Familie denn davor bewahrt?
Die Vogelschützer haben schnell einen Zaun um das Nest gebaut, damit der Fuchs nicht rankommt. Und der Landwirt vom Agrarbetrieb Mildensee hat mitten im Feld eine Schutzzone stehen lassen – 30 mal 30 Meter. Die Erntemaschinen sind also großzügig drumherum gefahren, damit den Küken nichts passiert.
Wie geht’s mit den Wiesenweihen weiter?
Die drei sind wohl auf. Sie werden langsam flügge und lernen das Fliegen. Vor Kurzem wurden sie beringt. Denn lange bleiben sie nicht mehr bei uns: Ende August starten die drei ihre erste ganz große Reise – rund 6.000 Kilometer weit bis nach Zentralafrika in ihr Winterquartier.