
Aus der Luft den Überblick behalten – das kann im Katastrophenfall entscheidend sein. Genau deshalb wollen das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) am Standort Cochstedt und das Bayerische Rote Kreuz (BRK) künftig noch enger zusammenarbeiten.
Am 17. Juli 2026 unterzeichneten DLR-Vorstandsvorsitzende Prof. Dr.-Ing. Anke Kaysser-Pyzalla und BRK-Landesgeschäftsführer Robert Augustin am DLR-Standort Cochstedt eine entsprechende Kooperationsvereinbarung. Ziel ist es, neue Technologien gezielter für den Zivil- und Katastrophenschutz einzusetzen.
Im Mittelpunkt stehen bemannte und unbemannte Luftfahrtsysteme, Spezialfahrzeuge und Künstliche Intelligenz. Die Technik soll Einsatzkräften dabei helfen, große oder schwer zugängliche Gebiete schneller zu überblicken, aktuelle Lagebilder zu erstellen und Rettungsmaßnahmen besser zu koordinieren.
Ein Beispiel für den Einsatz solcher Systeme gab es bereits bei einem Bergwaldbrand am Saurüsselkopf im Mai 2026. Eine Forschungsdrohne des BRK mit Wärmebildkamera und einer speziellen DLR-Luftbildkamera konnte Brandflächen und versteckte Glutnester erkennen. Die Bilder wurden direkt in die digitale Einsatzlage eingebunden.
Künftig wollen DLR und BRK gemeinsam weitere Technologien entwickeln, testen und unter realistischen Bedingungen erproben. Dazu gehören auch KI-gestützte Systeme, die große Datenmengen schneller auswerten und Einsatzleitungen bei Entscheidungen unterstützen können.
Auch Übungen und Demonstrationen sind geplant. Dabei sollen neue Verfahren für verschiedene Szenarien wie Brände, Hochwasser oder komplexe Rettungseinsätze getestet werden.
Sachsen-Anhalts Wissenschaftsminister Prof. Dr. Armin Willingmann sieht in der Zusammenarbeit einen weiteren wichtigen Schritt für das Drohnenzentrum in Cochstedt. Der Standort wurde seit seiner Gründung 2018 stetig ausgebaut und gilt inzwischen als wichtiges Erprobungszentrum für unbemannte Luftfahrtsysteme.
Mit der neuen Kooperation wollen DLR und BRK Forschung und praktische Erfahrung aus dem Rettungswesen verbinden – damit Einsatzkräfte im Ernstfall schneller und besser helfen können.