v. l. CEO der Firma LabFly Tim Fischer, Apotheker Martin Grünthal und Anne Lehmann von der Uni Halle

Apothekendrohne in Dessau kann jetzt Pakete abwerfen

Und schon hebt sie ab: In Dessau startete in diesem Jahr erstmals in Europa eine Apothekendrohne, die Medikamente nicht nur transportiert, sondern sie auch gezielt abwerfen darf. Hinter der Idee steckt Apotheker Martin Grünthal, der vor fünf Jahren begann, über kontaktlose Medikamentenlieferungen nachzudenken. Heute ist daraus ein wissenschaftlich begleitetes Projekt geworden: die sogenannte „PalliDrohne“.

Gerade für Palliativpatienten kann sich der Gesundheitszustand schnell verändern – und damit auch der Bedarf an Medikamenten. Hier zählt jede Minute. Genau das will das Projekt untersuchen: Ist die Drohne schneller und effizienter als der klassische Botendienst per Auto? Die Medikamente werden nach Eingang eines E-Rezepts in einer Dessauer Apotheke verpackt, anschließend startet die Drohne vom Dach des Gebäudes direkt zum Kunden.

Technisch ist die Drohne ein echtes Hightech-Produkt: Sie fliegt vollautomatisch auf vordefinierten Routen, überwacht von einem Operator in Berlin – vergleichbar mit einem Fluglotsen. Am Zielort sinkt sie auf etwa acht bis zwölf Meter ab und wirft nach Freigabe durch den Empfänger die Lieferung ab. Mit bis zu 70 km/h, einer Reichweite von rund 25 Kilometern und einer Transportkapazität von einem Kilogramm zeigt sie bereits jetzt beachtliche Leistungsdaten.

Noch ist der Einsatz auf die Palliativversorgung begrenzt, doch die Vision reicht weiter: Künftig könnten Drohnen die Medikamentenversorgung im ländlichen Raum grundlegend verändern. Bevor es so weit ist, müssen allerdings noch rechtliche Hürden genommen und weitere Genehmigungen eingeholt werden.

Projektleiter Martin Grünthal bleibt dennoch optimistisch. Für ihn ist die „PalliDrohne“ erst der Anfang – und vielleicht schon bald ein wichtiger Schritt hin zu einer flächendeckenden medizinischen Versorgung aus der Luft.

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