
In der Nacht vom 04. auf den 05. August wurde eine Drohne mit Sprengvorrichtung auf der Start- und Landebahn «Südpiste» von einem Mitarbeiter des Leipziger Flughafens gefunden. Die Drohne wurde kurz vor Mitternacht sichergestellt und von den zu Hilfe gerufenen Spezialisten der Bundespolizei mit einem Röntgengerät untersucht. Sie brachten auch einen Sprengroboter zum Einsatz.
Ein mutmaßlich zweites unbekanntes Flugobjekt sei mit einem Frachtflugzeug zusammengestoßen, nachdem es wegen der zuvor erfolgten Sperrung der Landebahn wieder durchstartete, teilte das sächsische Landeskriminalamt fest. Das Flugzeug flog weiter und landete mit leichten Beschädigungen in Hannover.

Sichtungen von Drohnen gibt es immer wieder - auch Privatleute sorgen mit ihren Geräten ab und an für Probleme. Doch dieser Vorfall ist - so sieht es auch der Bundesinnenminister Alexander Dobrindt - etwas anderes. Der Minister unterbrach nach der Meldung seinen Urlaub und kam nach Leipzig. Auf einer Pressekonferenz am Flughafen sprach er von einem «hybrides Anschlagsszenario» sowie dem professionellen Vorgehen der Täter. Solche hybriden Bedrohungslagen müssten sehr professionell vorbereitet und umgesetzt werden, man brauche dafür ein hohes Maß an Technikerfahrung, auch Erfahrung im Umgang mit Sprengstoff müsse vorhanden sein.
"Das alles deutet nicht auf amateurhaftes Vorgehen hin. Wir reden hier von einer professionellen hybriden Bedrohungslage, mit der wir uns weiter auseinandersetzen müssen", sagte Dobrindt. Alle Spekulationen über die Art des Sprengstoffs, die Konstruktion der Drohne, ihre Herkunft und die Frage, wer dahinterstecke, seien jetzt Teil der Ermittlungen. "Alle Spekulationen, die es darüber gibt, müssen nicht in die richtige Richtung gehen, können einfach grundfalsch sein." Man müsse in alle Richtungen ermitteln.