Angela Davis wird 78

Aktivistin, Philosophin, Ehrenbürgerin von Magdeburg
Mittwoch, 26. Januar 2022

Angela Davis (geb. 26. Januar 1944) ist eine politische Aktivistin, Akademikerin und Autorin, die sich stark für die Bürgerrechtsbewegung in den USA engagiert. Sie ist bekannt für ihre Arbeit und ihren Einfluss auf Rassengerechtigkeit, Frauenrechte und Reform der Strafjustiz. Davis ist emeritierter Professor an der University of California in Santa Cruz in der Abteilung für Bewusstseinsgeschichte und ehemaliger Direktor der Abteilung für feministische Studien der Universität.

1970 setzte sich Angela Davis für die „Soledad Brothers“ ein, eine Gruppe von drei schwarzen Häftlingen in Kalifornien, die der Black Panther Party angehörten und wegen des Mordes an einem weißen Wärter angeklagt wurden. Im August 1970 versuchte Jonathan Jackson, der jüngere Bruder des Soledad Brothers George Jackson, die drei Angeklagten aus dem Gerichtssaal von Marin County zu befreien. Der Befreiungsversuch endete in einem Schusswechsel, bei dem vier Menschen starben, unter ihnen Jonathan Jackson.

Weil Jacksons Waffe auf ihren Namen registriert war, wurde Angela Davis in der Folge unter anderem des Mordes beschuldigt. Davis landet auf der Liste der „zehn gefährlichsten Verbrecher“ der USA und nach vergeblicher Flucht in Untersuchungshaft. Von 1970 bis 1972 saß sie im Gefängnis. Wegen „Unterstützung des Terrorismus“ drohte ihr die Todesstrafe. Weltweite Protestaktionen für ihre Freilassung kritisierten das amerikanische Rechtssystem als rassistisch und antikommunistisch. 1972 wird Angela Davis von allen Anklagepunkten freigesprochen.

Sie unternahm Reisen, um sich für die ihr widerfahrene weltweite Unterstützung zu bedanken. So besuchte sie auch die DDR. Am 12. September 1972 kam sie nach Magdeburg, wo sie die Ehrenbürgerurkunde der Stadt in Empfang nahm.