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Aktionswoche "Weltoffenes Magdeburg"

Am Samstag, den 19. Januar gibt es mehrere Kundgebungen und Demonstrationen
Mittwoch, 16. Januar 2019

Mit dem Singen für eine weltoffene Stadt hat am Mittwoch, den 16. Januar 2019 offiziell die Aktionswoche „Eine Stadt für alle“ begonnen. Veranstaltet wird die Woche von der Initiative „Weltoffenes Magdeburg“. Zu der haben sich 50 Vereine, Verbände und Organisationen zusammengeschlossen. Sie veranstalten bis zum 22. Januar Lesungen, Theater, Filmabende, Ausstellungen, Modeschauen zum Themen wie Weltoffenheit, Demokratie und Geschichte.

Damit will ein Bündnis möglichen rechten Demonstrationen zum Jahrestag der Zerstörung Magdeburgs im Zweiten Weltkrieg entgegentreten. Für Samstag, den 19. Januar 2019 gäbe es bereits eine Anmeldung für einen Fackelmarsch, sagte Bettina Wiengarn von der Initiative Weltoffenes Magdeburg. Nach Angaben der Magdeburger Polizei haben Veranstalter aus dem rechten Spektrum eine Demonstration mit rund 250 Teilnehmern angemeldet. Aus dem linken und bürgerlichen Lager lägen Anmeldungen für insgesamt 14 Veranstaltungen vor, so ein Sprecher. Die drei Aufzüge würden ab der Mittagszeit und am Nachmittag durch die Innenstadt ziehen.

Als Reaktion auf die früheren Aufmärsche von Neonazis am Jahrstag der Bombardierung Magdeburgs war die Meile der Demokratie entstanden, die in diesem Jahr zum ersten Mal seit vielen Jahren nicht mehr stattfindet. Das Bündnis "Weltoffnes Magdeburg" sieht sich als deren Nachfolgerin.

Im vergangenen Jahr hatte es Streit um die Meile gegeben, weil erstmals die AfD teilnahm. Die Stadt als Veranstalter könne niemanden ausschließen, argumentierte Oberbürgermeister Lutz Trümper. Er ist Schirmherr der diesjährigen Aktionswoche. Sie werde durch ein privates Bündnis organisiert, das auch Teilnehmer ablehnen könne. «Das ist der Unterschied», sagte Trümper. Er ruft zur Teilnahme am Gedenken auf 74. Jahrestag der Zerstörung Magdeburgs 1945 auf und lädt zuvor um 15.00 Uhr zu einer Gedenkveranstaltung auf dem Westfriedhof ein.

"Wir erinnern am 16. Januar an die zweite verheerende Zerstörung unserer Stadt, an die dabei Getöteten und Verwundeten und an die Not und Verzweiflung aller Überlebenden", erklärt Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper. "Ich rufe deshalb alle Bürgerinnen und Bürger auf, sich am Mittwoch dem Gedenken an die Zerstörung Magdeburgs anzuschließen."

Um 15.00 Uhr begann die Gedenkveranstaltung mit einem Schweigemarsch von der Kapelle des Westfriedhofs zur Gedenkstätte für die Opfer des Luftangriffs vom  16. Januar 1945. Nachdem Kränze und Blumen niedergelegt worden sind, sprechen Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper und der Vorsitzende des Landesverbandes des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Dieter Steinecke, Worte des Gedenkens. Anschließend gibt es eine Schweigeminute. Zum Abschluss der Veranstaltung spricht der Superintendent des evangelischen Kirchenkreises, Stephan Hoenen, ein Gebet. Musikalisch umrahmt wird das Gedenken durch Bläser des Georg-Philipp-Telemann-Konservatoriums.

Neben der Kranzniederlegung wurde am Abend zu verschiedenen Gedenkveranstaltungen eingeladen. Im Opernhaus begann um 20.00 Uhr das Gedenkkonzert "Für eine friedliche Welt". Gespielt wird Ludwig van Beethovens Sinfonie Nr. 9 in d-Moll op. 125. Im Forum Gestaltung wird diesem Anlass um 20.00 Uhr mit dem Konzert "Ein wahres Elend, der verdammte Krieg!" begegnet. Auch im Kloster Unser Lieben Frauen wird an die Zerstörung Magdeburgs 1945 erinnert. Um 21.00 Uhr beginnt in der Konzerthalle "Georg Philipp Telemann" ein Orgelkonzert, bei dem Organist Stefan Nusser mit Werken von Maurice Ravel, Olivier Messiaen und Don Michael Dicie auf der Jehmlich-Orgel zu erleben ist. Zudem hielten um 21.00 Uhr Domprediger Jörg Uhle-Wettler und Pfarrer Christian Kobert eine ökumenische Andacht im Magdeburger Dom.

Um 21.28 Uhr, dem Zeitpunkt des Beginns der Bombardierung, läuteten zum Gedenken die Glocken vieler Kirchen der Landeshauptstadt.

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