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Radio hilft! Gegen Gewalt im Netz!
radio SAW Spezial am 7. November
radio SAW Spezial gegen Gewalt im Netz Foto: Fotolia, OleGunnar
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Jeder Dritte, der in sozialen Netzwerken unterwegs ist, wurde schon mal von anderen absichtlich beleidigt, belästigt oder sogar bedroht!
Das ist Mobbing im Internet! Cyber-Mobbing ist alles andere als ein harmloser Streich.
Wir redeten darüber und sageten, wie sich Opfer wehren können und welche Rechte sie haben!
Das radio SAW Spezial "Gegen Gewalt im Netz!" in Kooperation mit der Techniker Krankenkasse Sachsen-Anhalt.
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Audio-Beiträge und Interviews aus der radio SAW Spezial-Sendung
Unsere Experten am 7. November in der Sendung und im Forum:
Unser Expertenteam am 7. November (v.l.n.r): Bruno Zollweg (LKA), Stefan Brodtrück (LKA), Dr. Christian Wolff (Rechtsanwaltskanzlei Ziegenbein), radio SAW Moderator Uwe Heuer, Elke Proffen (TK), Jens Hennicke (TK), Torsten Richter (GEW Sachsen-Anhalt)
- Moderator Uwe Heuer führte durch die Sendung
- Torsten Richter, GEW Sachsen-Anhalt, berät Schulen zum Thema Internet-Mobbing
- Dr. Christian Wolff, Rechtsanwaltskanzlei Ziegenbein
- Bruno Zollweg, Kriminalhauptkommissar des Landeskriminalamt
- Stefan Brodtrück, Kriminalhauptkommissar des Landeskriminalamt
- Jens Hennicke, Techniker Krankenkasse
- Elke Proffen, Techniker Krankenkasse
Eure Fragen und die Antworten unserer Experten:
radio SAW schreibt:
Vielen Dank für Eure Fragen und offenen Beiträge. Wir haben versucht, so viele Fragen wie möglich zu beantworten und hoffen, dass wir in vielen Fällen weiterhelfen konnten. Bei doppelten Fragen haben wir auf eine Antwort verzichtet, um möglichst vielen eine Antwort geben zu können. Die nächste radio SAW- spezial Sendung ist bereits in Vorbereitung. Über den genauen Termin und das Thema informieren wir im Programm und hier im Internet unter www.radiosaw.de.
Barbara schreibt:
Ich komme gerade von der Polizeistation. Dort hatte sich ein Polizeibeamter (und vier weitere haben sich geweigert), meine Anzeige wegen Mobbing aufzunehmen. Ich werde von meinen Chefs an einem wissenschaftlichen Institut "ausgebremst" - üble Nachrede (mir unterstellen und von Kollegen angegriffen, aus Neid und aus Angst, dass man mich sozusagen gezwungen hatte, zur Beobachtung mich in der Psychiatrie vorzustellen - "damit mir nicht gekündigt wird". Dann habe ich mich dort vorgestellt um "konstruktiv" zu sein - bei mir ist ja alles ok, nur in der Wissenschaft und der Welt nicht. Ich kann jetzt (natur)wissenschaftlich beweisen, dass Frauen besser als Männer sind und immer den Dreh im Verlauf der Geschichte gemacht. Das Männer Frauen nicht bewusst, aber dennoch unbewusst fertig machen und verfluchen. Der Polizeibeamte genauso. Und hat sich noch vier weitere holen müssen, damit sie mich vor die Tür setzen - selbst die Frau hat mir nicht zugehört. Ich durfte nicht eine Strafanzeige stellen, aber gelöscht wurden die "Bewertungen" die der Polizeibeamte eingetippt hatte nicht einsehen und wurden auch nicht aus dem System gelöscht.
Deshalb möchte ich der Welt zeigen, wie es Frauen schaffen können, sich gegen üble Nachrede und Verleumdnung nach Vorsatz der Männer zu klagen und sich zu wehren. Mobbing kommt von Männern aber auch von Frauen. Aber primär von Männern, wo doch als erstes die Frau da war und das Universum weiblich.
Frauen sind besser als Männer - und ich kann das in allen Disziplinen zeigen. Das System macht uns krank. Der Staat, Gesetze, Unternehmertum, Kirche. Männer versuchen die Frauen durch üble Nachrede und Verleumdung mit Vorsatz zu unterdrücken. Ich möchte alle anklagen und ich kann es alles beweisen am Einzelfall. Was sollte ich tun? Direkt zu einem Staatsanwalt gehen und ihm möglichst viel Beweismaterial vorlegen und dies in meinem konkreten Einzelfall festmachen? Kann ich eine online Anzeige erstatten um reale Personen anzuzeigen? Was mache ich bei fiktiven Personen wie der Staat? Ein Anwalt für Strafrecht meinte da würde sich alles mischen. Kann ich als Einzelperson nicht Anzeige erstatten - dann wird der Staatsanwalt entscheiden? Ich würde mich selbst verteidigen und beweisen, dass ich gemobbt wurde und werde, dann zeigen, dass Frauen besser als Männer sind. Erst wenn das Grundübel beseitigt ist und eine Debatte anfängt, kann ein Vergeben stattfinden und wir können auf eine neue Stufe des Bewusstseins gelangen und Grundlagen einer seelischen Gesellschaft erschaffen. Welche Möglichkeiten habe ich gerade die realen Personen, ein wissenschaftliches Institut und fiktive Personen und die Wissenschaft in sich parallel anzuzeigen oder anzuklagen?
Antwort von: Stefan Brodtrück (LKA)
Ja, erstatten Sie Anzeige! Wenn Sie gemobbt werden, wenn Ihnen Unrecht angetan wird und Sie dieses strafrechtlich verfolgt wissen möchten, dann haben Sie selbstverständlich die Möglichkeit der Anzeigenerstattung. Diese können Sie (formlos) bei jeder Polizeidienststelle erstatten, online im Internet (www.polizei.sachsen-anhalt.de) oder direkt bei der Staatsanwaltschaft. Natürlich können Sie sich auch einen Rechtsbeistand nehmen und mit diesem Ihr weiteres Vorgehen besprechen. In Ihrem Fall sollte auf Grund der Vielschichtigkeit der Dinge der Weg zum Anwalt durchaus angezeigt sein.
Kirsten schreibt:
Meine Nichte hat sich mir anvertraut, dass sie in der Schule (7.Klasse) seit längerem gemobbt wird.Im Internet aber wohl noch nicht.Gesprächsversuche meiner Schwester mit der Klassenlehrerin(=Direktorin) wurden abgeblockt.Meine Nichte möchte nicht mehr in die Schule gehen.Durch eine Polizistin wurden die Kinder im Sommer über Mobbing aufgeklärt, hier suchte bereits meine Nichte das Gespräch mit der Polizistin, wie sie mir heute erzählte.Sie versucht sich den Forderungen der Mitschüler anzupassen, um angenommen zu werden.Wir machen uns um das Mädchen große Sorgen und sehen nur noch einen Schulwechsel als Ausweg.Meine Nichte geht auf eine Privatschule, von der wir gerade hierbei mehr Hilfe erwartet hätten.
Können wir schulpsychologische Betreuung für das Mädchen bekommen?
Antwort von: Torsten Richter (GEW)
Hallo Kirsten,
ich finde es gut, dass Sie sich kümmern. Es ist ganz wichtig, dass Ihre Nichte nicht allein dasteht. Es bleibt wohl nur der Weg über die Eltern, die mit der Schulleitung Kontakt aufnehmen und ein Ende des Mobbings verlangen sollen. Das Problem sind die Mobbinghandlungen, die ein Ende finden müssen. Erst dann macht zB eine psychologische Behandlung Sinn.
Ermuntern Sie Ihre Nichte, mit anderen (Freundin, Eltern) über ihre Probleme zu sprechen und Hilfe zu bekommen. Ein Anpassen und / oder ggf. Zurückziehen ist der falsche Weg.
Bernd schreibt:
Gibt es einen Katalog mit Beleidigungen, zum Beispiel - ab wann kann ich gegen ein Kind vorgehen, dass über mein Kind schlimme Sachen schreibt. Kommt es da auf bestimmte Wörter an? Richt schon, wenn da steht, dass mein Kind "stinkt" (was nichht stimmt).
Antwort von: Dr. Christian Wolff (Rechtsanwalt)
Einen abschließenden Beleidigungskatalog gibt es nicht. Wann eine Beleidigung vorliegt, ist immer in jedem Einzelfall zu bewerten. Regelmäßig sind natürlich klassische Schimpfwörter als Beleidigung zu werten. Nicht mehr ganz so einfach ist es bei anderen Äußerungen. Hier kommt es entscheidend auf die Begleitumstände der Äußerungen an. So kann die Behauptung, dass jemand stinkt schon eine Beleidigung sein. Ggf. liegt hierin auch nur eine nicht strafbare, aber zivilrechtlich angreifbare Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts.
Julia schreibt:
Ich traue mich nicht, meinen Eltern zu sagen, dass mich in meiner Klasse keiner leiden kann. Sie glauben, dass ich bei allen beliebt bin. Ich kann deshalb nachts kaum noch schlafen.
Antwort von: Torsten Richter (GEW)
Liebe Julia, sicher hast du auch eine Freundin, mit der du dich darüber austauschen solltest. Vielleicht kann sie bei einem Gespräch mit deinen Eltern helfen? Was machst du in deiner Freizeit? Kannst du hier ein paar Freunde gewinnen? Oder wenn du sie hast, sprich mit ihnen darüber. Auf alle Fälle musst du über dein Problem sprechen, es brennt sich sonst zu tief in deine Seele ein.
Antwort von: Elke Proffen (TK)
Liebe Julia, auch wenn es dir schwer fällt, du solltest un bedingt versuchen, mit deinen Eltern zu reden. Vielleicht gibt es ja auch jemand anderen in deiner Familie, dem du dich zunächst anvertrauen kannst und der dir in dem Gespräch mit deinen Eltern zur Seite steht. Nur wenn deine Eltern wissen, dass du in deiner Klasse so große Probleme hast, können Sie dir auch helfen.
Nicole schreibt:
Meine Tochter, ist 14 Jahre alt, ist ne Hübsche und wird regelmäßig, von einem Jungen aus Ihrer Umgebung, im Schüler CC aufs Übelste beleidigt und aufs übelste beschimpft. Meine Tochter ist seit einem Jahr mit Ihrem Freund liirt. Ich möchte gerne, gegen Ihren verschmähten Liebhaber vorgehen, aber meine Tochter meint, es sind nur Spinnerreien. Was kann ich als Mutter tun um Sie zu beschützen?
Antwort von: Elke Proffen (TK)
Ein erster möglicher Schritt wäre, das Gepräch mit den Eltern des Jungen zu suchen. Sicher wissen diese gar nicht, was ihr Sohn macht.
Sabine schreibt:
Ich glaube, dass mein Sohn sich an Aktionen beteiligt, in denen ein Mitschüler runtergemacht und beleidigt wird. Er streitet das ab. Ich selbst habe keinen Zugang zu diesem Forum. Kann ich das über den Betreiber des Forums herauskriegen, ob der Absender mein Sohn ist?
Antwort von: Dr. Christian Wolff (Rechtsanwalt)
Freiwillig wird Ihnen der Forenbetreiber wahrscheinlich keine Daten übermitteln. Wahrscheinlich kann er das auch garnicht, weil davon auszugehen ist, dass der Verfasser sich anonym angemeldet hat. Hier bleibt nur der Weg, Ihren Sohn ernsthaft auf mögliche Konsequenzen hinzuweisen und ggf. darüber hinaus beim Forenbetreiber die Einträge als rechtswidrig zu melden, damit sie möglichst schnell aus dem Netz verschwinden.
Gert schreibt:
In einem Internetforum sind beleidigende Einträge aufgetaucht, die von meiner Tochter stammen. Sie schwört, dass diese nicht von Ihr sind. So bleibt ja nur noch die Möglichkeit, dass jemand ihr Paßwort geklaut hat und sie so in Verruf bringt. Was kann ich tun? Wie kann ich dass beweisen?
Antwort von: Dr. Christian Wolff (Rechtsanwalt)
Wenn die Beiträge nicht von Ihrer Tochter stammen, sollte Ihre Tochter dem Forenbetreiber mitteilen, dass sich ein Dritter unbefugt Zugriff zu ihrem Account verschafft hat und um sofortige Löschung der Beiträge bitten. Die Zugangsdaten sollte darüber hinaus selbstverständlich geändert werden.
...Anonym...1997 schreibt:
Hey,
ich habe mal Filme ins Internet gesetellt. DIe sind alle gelöscht. SOweit ich es weiss hat es auch niemand anderes hochgeladen. Das war vor 13 Monaten aber andere schüler aus meiner Schule schreinen mir jetzt immer meinen Namen hinterher. Anfangs haben sie sich auch über mich und meine filme lustig gemacht deswegen hab ich sie gelöscht. Wenn ich diese Typen sehe kriege ich inerlich voll Angst manchmal auch panik sobald sie mir schreien oder 10 Meter oder noch näher vor mir sind. HILFE was kann ich tun. Ich hab angst das wenn ich zum Rektor gehe es noch schlimmer wird! Und was kann ich gegen die Angst/Panik tun
Grüßle
Antwort von: Stefan Brodtrück (LKA)
Grundsätzlich sind die Voraussetzungen in Ihrem Fall nicht so schlecht. Sie schreiben, dass es gegenwärtig keine (Ihnen) bekannte Quelle für Ihre ehemals eingestellten Filme mehr gibt. Dadurch kann zumindest erst einmal keine weitere Verbreitung erfolgen. Allerdings scheinen zu einer früheren Zeit mehrere Schüler diese Filme gesehen zu haben. Sie sollten den von Ihnen gefürchteten Gang zum Rektor auf keinen Fall scheuen. Vielleicht gibt es ja auch einen Vertrauenslehrer? Ich verstehe Ihre Befürchtung, dass Sie mit dem Einschalten "offizieller Stellen" die Situation verschlimmern könnten, aber trotzdem rate ich Ihnen nachdrücklich dazu. Sprechen Sie auch mit Ihren Eltern. Gemeinsam ist man stark und diesen Vorteil sollten Sie schnellstens auf Ihre Seite ziehen!
Uwe schreibt:
wie kann ich im Internet nachkontrollieren, ob über mein Kind etwas geschrieben wird? Mein Kind sagt, dass alles o.k. ist. Es darf jeden tag eine halbe Stunde ins Internet.
Antwort von: Bruno Zollweg (LKA)
Es ist gut, wenn Sie mit Ihrem Kind Regeln vereinbaren. Sie sollten aber auch Vertrauen zu Ihrem Kind haben. Wenn es sagt, es sei alles o.k., dann gehen Sie davon aus, dass es auch so ist. Sollte Ihr Kind jedoch nach dem Chatten Auffälligkeiten zeigen oder gar verstört sein, dann ist es an Ihnen, mit ihrem Kind das Gespräch zu suchen.
Antwort von: Torsten Richter (GEW)
Ich finde es gut, dass Sie den Zugang zum Internet limitieren. Zeigen Sie, dass Sie Ihrem Kind vertrauen und sagen Sie ihm, es solle sich unbedingt bei Ihnen melden, wenn etwas Negatives vorkommt. Bleiben Sie im Gespräch mit Ihrem Kind zum Thema Internet und zeigen Sie Gefahren auf.
Kontrollieren können Sie das Ganze kaum.
Antwort von: Elke Proffen (TK)
Vertrauen Sie Ihrem Kind, aber achten Sie in jedem Fall dennoch auf eventuelle Wesensveränderungen. Wenn Sohn oder Tochter zum Beispiel plötzlich immer wieder über unklare Kopf- oder Bauchschmerzen klagt, könnte dies darauf hinweisen, dass es vielleicht Probleme gibt, über die es nicht reden möchte.
Eine Variante wäre auch, mit dem Kind zusammen die Seiten zu besuchen, die es sonst allein besucht, um zu wissen, auf welchen Plattformen der Nachwuchs unterwegs ist.
xxx schreibt:
was kann ich tun,mein kind wird jeden tag aufs neue in verschiedenen internetforen beleidigt und ihr wird auch gedroht.es geht schon soweit das sich da fremde Jugendliche mit rein hängen und mit drohen ohne das sie mein Kind kennen.
Antwort von: Dr. Christian Wolff (Rechtsanwalt)
Ween in Internetforen tatsächlich gedroht wird, können Sie hiergegen sowohl zivil- als auch strafrechtlich vorgehen. Als ersten Ansatzpunkt empfehle ich, die Forenbetreiber zur Löschung der Beiträge aufzufordern. Sollten diese sich weigern, wäre der Anspruch ggf. gerichtlich per einstweiliger Verfügung durchzusetzen. Wichtig ist, dass Sie sämtlichen Schriftverkehr mit den Forenbetreibern protokollieren, um ggf. nachweisen zu können, dass die Anbieter von den Drohungen wussten.
Parallel können Sie selbstverständlich Strafanzeige gegen die unbekannten Autoren der Beiträge erstatten.
Dorothea schreibt:
Meine Kinder sind in der 5. und 6. Klasse. Sie werden von mehreren Mitschülern regelrecht tyrannisiert. Ob auch im Internet weiß ich nicht, aber auf jeden Fall auf dem Schulhof. Die Lehrer reden mit den Schülern, aber das hilft nicht. Raten Sie zu einem Schulwechsel?
Antwort von: Elke Proffen (TK)
Ihre Kinder sind genau in der Altersgruppe, für die der Anti-Mobbing-Koffer gedacht ist, den das Kultusministerium und die TK gemeinsam initiiert haben. Regen Sie in der Schule Ihrer Kinder an, dass diese am Projekt teilnimmt. Es bezieht sich nicht nur auf die Schüler, sondern schließt auch die Lehrer und die Eltern mit ein.
Einen Schulwechsel sollten Sie in jedem Fall gut überlegen.
Antwort von: Torsten Richter (GEW)
Suchen Sie dringend den Kontakt zur Schulleitung. Bei Mobbing helfen keine einfachen Gespräche, hier muss mit einem Bündel von Maßnahmen agiert werden. Dies muss die Schulleitung organisieren. Ein Schulwechsel sollte nur der wirklich letzte Weg sein.
Ursula schreibt:
wer behandelt Mobbing-Opfer? Wenn ich einen Kinderpsychologen für meinen Sohn suche, dann habe ich Wartezeiten für einen Termin von einem halben Jahr. Wie geht das schneller?
Antwort von: Elke Proffen (TK)
Bitten Sie Ihre Krankenkasse um Rat und Unterstützung. Einzelne Kassen haben zum Teil besondere Verträge mit einzelnen Facharztgruppen oder auch Psychologen. So bietet beispielsweise die TK das Leistungsangebot "Trauma first" für Kinder und Jugendliche an, die besonders schlimme Erfahrungen gemacht haben und entsprechend behandlungsbedürftig sind.
Peter schreibt:
Kann ich einen Mitschnitt Ihrer Sendung erwerben?
Antwort von: Tilo Vogelsang (radio SAW)
Hallo Peter,
nach der Sendung können Sie alle Beiträge dieser Sendung auf www.radiosaw.de noch einmal nachhören. Wir bieten keine Sendung zum Kauf an.
Petra schreibt:
wir sind sehr engagierte Eltern. Kann man die Polizei oder andere Experten zu dem Thema "Mobbing im Internet" irgendwo "buchen"? An wen muss man sich wenden, wenn man dazu mal eine Unterrichtsstunde machen will? Wir sind eine Schule im Saalekreis. Ist die 6. Klasse dafür noch zu klein - oder in welcvhem Alter sollte man mit Kindern darüber reden?
Antwort von: Stefan Brodtrück (LKA)
Selbstverständlich wird die Polizei Sie unterstützen. In der Regel wird dies von den Präventionsstellen der Polizeidirektionen bzw. der Polizeireviere übernommen. Die Erreichbarkeiten der Prävention entnehmen Sie bitte den bekannten Informationsstellen. Eine 6. Klasse ist auf keinen Fall zu jung für dieses Thema, mitunter gibt es bereits derartige Veranstaltungen im Grundschulbereich. Die Kollegen der polizeilichen Prävention passen dann das Thema dem Alter der Kinder an.
Antwort von: Torsten Richter (GEW)
Eine 6. Klasse ist keineswegs zu jung. Empfehlenswert ist ein Elternabend zum Thema und anschließénd eine (oder mehrere) Unterrichtsstunden. Die GEW bietet den Schulen Hilfen für Lehrerfortbildungen oder auch Elternabende an. Sie können mich hierzu gern unter torsten.richter@bildungsgewerkschaft kontaktieren.
Antwort von: Elke Proffen (TK)
Mit Sechstklässlern über das Thema zu reden ist keinesfalls zu früh. Der vom Kultusministerium und der TK für Sachsen-Anhalt herausgegeben Ant-Mobbing-Koffer richtet sich genau an diese Altersgruppe.
Schon in diesem Alter haben bereits viele Kinder ein Handy und sollten beispielsweise von Anfang an wissen, dass man Fotos anderer Personen nicht ohne deren Einwilligung verschicken oder ins Netz stellen darf.
Paula schreibt:
wenn wir im Internet über andere lästern, dann ist doch nichts dabei. das machen doch alle. ich verstehe die ganze Aufregung nicht. So lange man da keinem Gewlat androht ist das doch o.k.
Antwort von: Torsten Richter (GEW)
Bist du dir sicher, dass nichts dabei ist? Versetz dich mal in die Lage eines Betroffenen. Weißt du, wie schlimm es ist, wenn alle über dich lachen, dich meiden, lästern, Schlechtes erzählen? Überleg mal, wie du dich fühlen würdest. Übrigens ist Cybermobbing auch Gewalt.
Antwort von: Elke Proffen (TK)
Nur etwas von vielen Menschen getan wird, ist es noch lange nicht in Ordnung. Stell dir einfach einmal vor, dass das was du über andere schreibst, über dich verbreitet werden würde. Ich denke, dann wirst du schnell feststellen, dass es nicht angenehm ist, Dinge über sich zum Beispiel in einem Internetforum zu lesen, die vielleicht peinlich sind.
Liane schreibt:
Nicht nur Jugendliche werden im Internet gemobbt, sondern auch Erwachsene. Gibt es Beratungsstellen oder Selbsthilfegruppen?
Antwort von: Elke Proffen (TK)
Leider ist es mitunter recht schwierig, beim Thema Selbsthilfe den Überblick zu behalten. Es gibt jedoch auch im Bereich Selbsthilfe Dachverbände, die oftmals über das Internet gut zu finden sind.
Sollten Sie zum Thema Mobbing Probleme im beruflichen Bereich haben, so haben viele größere Firmen auch einen eigenen Bereich zur Gesundheitsberatung, an den Sie sich wenden könnten.
Antwort von: Stefan Brodtrück (LKA)
Sie haben recht - Erwachsene sind immer wieder und immer mehr Opfer von Mobbing. Dabei nehmen die Mobbing-Attacken leider auch manchmal andere Qualitäten an. Stalking, also das Nachstellen, sei an dieser Stelle exemplarisch genannt. Im Internet finden Sie eine Vielzahl an Beratungsmöglichkeiten und Selbsthilfegruppen. Scheuen Sie sich bitte nicht, diesen Kontakt gezielt zu suchen!!!
xxx schreibt:
unsere Tochter wird von mehreren Leuten im Internet in einem Forum beleidigt. Da stehen schlimme Sachen. Sie weiß nicht, dass ich mir das angesehen habe. Sie spricht nicht darüber. Sie hat sich aber sehr verändert. Das hat vielleicht auch etwas mit der Pubertät zu tun (sie ist 14). Aber ich finde es sehr demütigend, was sie da über sich lesen muss. Soll ich sie darauf ansprechen? Soll ich zur Lehrerin gehen? Wie kriege ich raus, wer hinter den Kürzeln in dem Schülerforum steckt? Ist das ein Fall für die POlizei?
Antwort von: Stefan Brodtrück (LKA)
Möglicherweise weiß Ihre Tochter, wer das Kürzel im Internet trägt. Vielleicht schämt sie sich, sich Ihnen anzuvertrauen. Suchen Sie das Gespräch, vielleicht schauen Sie im Vorfeld nach ein paar Hintergrundinformationen. Oft lassen sich diese Fälle im aktiven Zusammenwirken von Eltern, Lehrern und (so bekannt) beteiligten Schülern lösen. Wenn das alles nichts bringt, die Mobbing-Attacken weitergehen oder sogar zunehmen, wenden Sie sich an die Polizei. Falls Straftatbestände erfüllt sind, werden entsprechende Ermittlungen aufgenommen!
Antwort von: Torsten Richter (GEW)
Ich empfehle, zunächst mit ihrer Tochter zu reden. Sie braucht Unterstützung und vor allem das Gefühl, dass sie nicht alleine da steht. Die Veränderung kann eine Folge des Mobbings sein. Ein Gespräch mit der Lehrerin macht wahrscheinlich Sinn, wenn ihre Tochter vermutet, dass Schüler ihrer Schule dahinter stecken. Schauen Sie sich das Impressum des Forums an, dort finden Sie eine Kontaktadresse. Unter dieser können Sie den Betreiber auffordern, diese Beiträge zu entfernen.
Max schreibt:
Meine MItschüler hänseln mich, weil ich im sport nicht so mitkomme. mein Lehrer lacht da auch manchmal mit. Was soll ich machen? Ich will in eine andere Schule.
Antwort von: Torsten Richter (GEW)
Vielleicht besteht auch die Möglichkeit, mit deinem Lehrer einmal unter vier Augen zu sprechen und ihn darauf hinzuweisen, dass dich sein Lachen sehr verletzt und belastet. Oder den Klasenlehrer kontaktieren. Einen Schulwechsel würde ich nur dann empfehlen, wenn wirklich nichts mehr geht.
Antwort von: Elke Proffen (Techniker Krankenkasse)
Lieber Max, sicher ist deinen Mitschülern und besonders auch deinem Lehrer gar nicht klar, wie sehr du unter den Hänseleien und dem Gelächter leidest. Hast du schon einmal versucht, mit deinen Eltern oder einem Freund darüber zu reden? Sicher wird es jemanden geben, der dür dich ein offenes Ohr hat. Vielleicht kannst du gemeinsam mit deinen Eltern das Gespräch mit dem Sportlehrer suchen?
Eine gute Möglichkeit wäre auch, sich einen Verbündeten zu suchen, mit dem du vielleicht "heimlich" etwas sportlich trainierst, und damit deine körperliche Fitness zu verbessern. Solltest du eventuell auch unter Übergewicht leiden, sind dein Hausarzut und deine Krankenkasse in jedem Fall gute Ansprechpartner für eventuelle weitere Schritte.
Antwort von: Jens Hennicke (Techniker Krankenkasse)
Hallo Max, ich würde Dir sehr empfehlen, mit Deinen Eltern darüber zu reden und dann ein Gespräch mit dem Lehrer und oder Schulleiter zu führen.
Eileen schreibt:
Ich bin ein halbes Jahr lang von Mitschülerinnen beleidigt worden im Internet. Ich kann seitdem nicht schlafen, habe Angnst. Meine Eltern sagen das geht wieder weg, ich soll mich nicht so haben. Das hat im Internet auch wieder aufgehört. Aber mir geht es trotzdem nicht gut. Ich bin 14. Kann ich zu meiner Kinderärztin gehen und mir was verschreiben lassen? Kriege ich eine Kur?
Antwort von: Elke Proffen (Techniker Krankenkasse)
Liebe Eileen, ich finde es sehr schade, dass deine Eltern deinen Kummer wohl nicht so recht ernst nehmen. Du solltest dennoch versuchen, mit Ihnen über deine Schlafprobleme und deine Ängste zu reden. Vielleicht hast du ja auch jemand anderen in deiner Familie oder eine Freundin der du dich anvertrauen kannst?
Selbstverständlich kannst du auch ohne deine Eltern zu deiner Kinderärztin gehen und Sie auch um eine Überweisung zu einer Psychologin oder einem Psychologen bitten. Auch eine Kur ist bei gravierenden gesundheitlichen Problemen gegebenefalls möglich. Allerdings solltest du bedenken, dass sich auch durch einen Kuraufenthalt nicht alle Probleme zuhause lösen.
Ob eine Kur für dich in Frage kommt, solltest du zunächst ebenfalls mit deiner Ärztin besprechen.
Rene aus Gerwisch schreibt:
Schützt eigentlich ein Nickname bei Facebook vor Cybermobbing? Soll ich ein Profil mit meinem eigenen Namen einrichten oder meinen Namen verschleiern?
Antwort von: Brubo Zollweg (LKA)
Es sollte Ihr oberstes Gebot sein, sich im sozialen Netzwerk mit einem Nicknamen anzumelden. Es ist zu Ihrer eigenen Sicherheit. Nur so können Sie verhindern, dass Sie von einem bösen Menschen privat ausfindig gemacht, aufgesucht und belästigt werden können. Seien Sie auch skeptisch gegenüber Kontaktanfragen Ihnen unbekannter Personen. Bei Veröffentlichungen privater Informationen, Texten oder gar eigenen Bildern sollten Sie besser sehr zurückhaltend sein.
Antwort von: Stefan Brodtrück (LKA)
Einen Nickname zu benutzen ist grundsätzlich ein Schritt in die richtige Richtung, um vor Cyberangriffen geschützt zu sein/ zu bleiben. Allerdings ist dies kein 100%er Schutz. In der Regel verlieren Nicknames ihre Schutzfunktion in dem Umfang, in dem Sie weitere Personen zu Ihrer Freundesliste dazubuchen. Man kann dann sehr leicht Rückschlüsse zu Ihrer wahren Identität ziehen. Als Empfehlung gilt, nur Ihnen wirklich bekannte Personen aus dem realen Leben in Ihren Schutzbereich, sprich in Ihre Freundesliste einzustellen und immer wieder die sog. Privatsphäreeinstellungen zu überprüfen - hier können seitens des Betreibers Änderungen vorgenommen werden, die Ihre ursprünglich eingerichteten Funktionen zum Blocken unerwünschter Personen heimlich ändern.
Gina schreibt:
Was glauben Sie? Warum boomen Social Communities so?
Antwort von: Stefan Brodtrück (LKA)
Der Boom von Sozialen Netzwerken ist durch die stetige Verfügbarkeit dieser Plattformen erklärbar. Sie müssen sich nicht kompliziert zu bestimmten Zeiten an bestimmten Orten verabreden, sind jederzeit erreichbar, haben auf Grund von sog. Smartphones Ihren Account immer dabei und können dadurch alles sogar aus dem Urlaub oder auf Dienstreise händeln, quasi in Echtzeit. Darüber hinaus haben Sie die komfortable Option, dass Sie über Ihre direkten Kontakte immer wieder neue Kontakte anschieben können oder alte Kontakte auffrischen. Das alles von zu Hause aus und in einer - je nach Netzwerk und persönlicher Einstellung - relativen Anonymität.
Philipp schreibt:
Ich werde in einem lokalem Forum immer wieder auf das übelste beleidigt. Ich habe dies auch den Moderatoren/Admins mehrfach mitgeteilt, aber es tut sich nichts. Der entsprechende User ist zwar mit seinem Account gesperrt worden, allerdings kann man in diesem Forum leider auch ohne Registrierung schreiben und so gehen die Beleidigungen munter weiter.
Was kann ich unternehmen, das diese Beleidigungen aufhören. Diese gehen teilweise richtig tief unter die "Gürtellinie".
Antwort von: Dr. Wolff (Rechtsanwalt)
Beleidigungen im Rechtssinne sind unzulässig und strafbar. Diese müssen Sie in keinem Falle hinnehmen. Betreiber von Internetforen sind verpflichtet, entsprechende Einträge zu löschen bzw. zu editieren, wenn sie Kenntnis davon erlangen. Leisten die Betreiber dem nicht Folge, können Sie den Betreiber auf Unterlassung in Anspruch nehmen. Melden sich immer wieder anonyme User mit ähnlichen Beiträgen in Bezug auf Ihre Person, muss der Forenbetreiber irgendwann ggf. sogar selbständig filtern. Die Durchsetzung solcher Ansprüche ist jedoch nur innerhalb Deutschlands mit noch überschaubarem Aufwand möglich.
Michael schreibt:
es gibt Täter und Opfer aber gerade die junge "Generation" weis meistens doch gar nicht was sie tun. Vorherige Aufklärung ist besser als die Strafe danach. In wie weit ist hier der Bildungsträger, die Schule, gefragt? Oder ist nur das Elternhaus in die Pflicht zu nehmen? Nicht alle Eltern können sich damit umfassend beschäftigen.(können oder wollen nicht)
Antwort von: Torsten Richter (GEW)
Ich muss deutlich sagen, dass es zunächst die Aufgabe der Eltern ist, ihre Kinder zu erziehen, sie zu unterstützen, aufzuklären usw. Schule kann hier nur unterstützend wirken, die Zusammenarbeit von Schule und Elternhaus ist wichtig. Aber trotzdem kann (und muss) Schule nicht alles das leisten, was Eltern meinen, nicht zu können.
Antwort von: Jens Hennicke (Techniker Krankenkasse)
Hallo Michael, als Techniker Krankenkasse setzen wir frühzeitig an und haben für die Schulen in Sachsen-Anhalt ein Programm Gegen Mobbing an Schulen ins Leben gerufen. So wollen wir gemeinsam mit den Schulen im Rahmen von Projektwochen auf dieses Thema aufmerksam und sensibel machen. Dabei ist es aber auch wichtig, dass die Eltern zum einen von diesem Projekt wissen aber auch aktiv im Anschliuss mit ihren Kindern darpüber reden. Ich bin der meinung, dass das Thema Mobbing (ob körperlich oder im Netz) als gesamtgesellschaftliches Problem betrachtet wird.
Antwort von: Stefan Brodtrück (LKA)
Leider haben Sie zu einem nicht unerheblichen Teil recht - viele der "Täter" wissen nicht, welchen Schaden sie mit ihrem Verhalten anrichten bzw. sind sich über die Konsequenzen nicht klar. Oft werden solche Mobbing-Attacken als Kinderspiele oder harmlos abgetan. Das sind sie definitiv nicht! Um so wichtiger ist in diesen Fällen der Präventionsansatz. Hier sind nach Meinung der Polizei in erster Linie die Eltern gefragt und gefordert. Nur wenn Eltern die Problematik kennen und sie im Bedarfsfall auch erkennen, können Gespräche im Vorfeld geführt werden. Schule und Polizei können und werden in jedem Fall unterstützen, sind jedoch nicht die "Allzweckwaffe", um derartiges Verhalten zu unterbinden. Leider muss an dieser Stelle auch gesagt werden, dass es Eltern gibt, die ihre Verantwortung in den Bereich der Bildungsträger verlagern...
anonym schreibt:
stimmt es, dass ich jeden verklagen kann, der ohne Genehmigung ein Foto von mir bei Facebook hochlädt? Reicht es schon, wenn ich nur auf einem Foto zu erkennen bin? Wie hoch sind die Zahlungen, die man leisten muss, wenn Persönlichkeitsrechte nicht gewahrt werden?
Antwort von: Dr. Christian Wolff (Rechtsanwalt)
Fotos, auf denen erkennbar Personen abgebildet sind, dürfen grundsätzlich nur mit vorheriger Zustimmung des Abgebildeten veröffentlicht werden. Hier greift das Recht am eigenen Bild. Schadenersatzansprüche werden Sie jedoch in der Regel nur im geringfügigen Bereich erfolgreich durchsetzen können. Anders sieht dies bei zB Prominenten aus, deren Bilder einen bezifferbaren Marktwert haben.
Eckhard Zilm schreibt:
Warum sind nicht Schulleiter anwesend? Sie können Dramatisches zum Thema unter Schülern erzählen.
Antwort von: Torsten Richter (GEW)
Für den Schulbereich kann ich als aktiver Lehrer berichten. Dramatisches gäbe es sicher genug zu erzählen, es soll aber heute eher um Hilfe und Unterstützung in Problemfällen gehen.
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