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Das geplante Flüchtlingsheim in Gräfenhainichen im Kreis Wittenberg (Archivfoto).

Schüsse auf geplantes Asylheim

Samstag, 27. Februar 2016

In Gräfenhainichen im Landkreis Wittenberg hat es einen erneuten Anschlag auf eine geplante Flüchtlingsunterkunft am Gadewitzer Weg gegeben.

„Gestern Abend gegen 23:15 Uhr wurden mehrere scharfe Schüsse auf das frühere Bürogebäude abgegeben, Wachleute, die vor Ort waren, wurden nicht verletzt“, sagte Ralf Moritz, Sprecher der zuständigen Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Ost.

„Der Fall hat eine neue Dimension, wir ermitteln wegen des Verdachts der versuchten Tötung.

Die Tatortgruppe des LKA ist vor Ort, um Spuren zu sichern, zudem wird am Nachmittag ein Spürhund eingesetzt, um eine möglicherweise vorhandene Fährte des Täters aufzunehmen.“

Das frühere Bürogebäude am Gadewitzer Weg in Gräfenhainichen war in den vergangenen Wochen mehrfach attackiert worden.

Unter anderem waren Unbekannte in das Haus eingedrungen und hatten die Wasserhähne aufgedreht und die Abflüsse zerstört, so dass das Gebäude geflutet wurde.

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Hier die Pressemitteilung von Polizei und Staatsanwaltschaft im Wortlaut:

GEMEINSAME PRESSEMITTEILUNG
der Staatsanwaltschaft Dessau-Roßlau und
der Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Ost

Nr. 23 / 2016 27.02.2016

Erneuter Angriff auf eine geplante Unterkunft für Flüchtlinge
(LK Wittenberg, Stadt Gräfenhainichen)

In der letzten Nacht fand die Serie der Anschläge auf das als Flüchtlingsunterkunft vorgesehene ehemalige Bürogebäude im Gadewitzer Weg in 06773 Gräfenhainichen mit gesteigerter krimineller Energie ihre Fortsetzung: Am Freitag, dem 26. Februar 2016, erreichte die Polizei gegen 23:15 Uhr die Information, dass mehrere Schüsse auf das zweite Obergeschoß des Objektes abgegeben worden waren.

Vom eingesetzten Wachpersonal wurde glücklicherweise niemand verletzt. Es wurden allerdings gleich mehrere Fensterscheiben zerstört. Der Sachschaden beläuft sich auf mehrere Tausend Euro.

Der polizeiliche Staatsschutz hat die Ermittlungen gegen Unbekannt aufgenommen. Er wird bei der Tatortuntersuchung von Spezialisten des Landeskriminalamtes des Landes Sachsen-Anhalt unterstützt.

Die Tat ist Teil einer „verstörenden Entwicklung“ (Bundespräsident Gauck) und zeigt die zunehmende Hemmungslosigkeit von Ausländerfeinenden, denen Staat und Gesellschaft gemeinsam entgegentreten müssen. Die Staatsanwaltschaft und die Polizei bitten daher alle Zeugen, die Hinweise zur Aufklärung des Tatgeschehens geben können, sich bei der Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Ost unter Tel. 0340 / 6000-291 oder per E-Mail an lfz.pd-ost@polizei.sachsen-anhalt.de zu melden.

Bittmann
Staatsanwaltschaft Dessau-Roßlau

Moritz
Pressesprecher Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Ost

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