Schülerin aus Sangerhausen verschwunden

LKA vermutet, dass die 15-jährige nach Syrien gereist ist, um sich der Terrorgruppe IS anzuschließen.
Montag, 16. März 2015

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LKA Sachsen-Anhalt
LKA Sachsen-Anhalt

In Sachsen-Anhalt ermitteln Landeskriminalamt, Innenministerium und auch die Geheimdienste, nachdem eine 15 jährige Schülerin aus Sangerhausen spurlos verschwunden ist.

"Es gibt Hinweise, dass sich das Mädchen, welches aus einer deutschen Familien stammt, der Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) anschließen will," sagte Andreas von Koß, Sprecher des LKA Sachsen-Anhalt.

Demnach hatte der Vater der Schülerin eine Vermisstenanzeige erstattet, daraufhin waren die Ermittlungen angelaufen. Es deutet einiges darauf hin, dass die 15-jährige in Begleitung einer 18 Jahre alten Frau aus Erfurt in Thüringen ist, hieß es weiter. Beide könnten am 6. März vom Flughafen Frankfurt am Main in die Türkei geflogen und von dort dann weiter in Richtung Syrien gereist sein. Die Behörden haben offensichtlich Hinweise, dass sich die beiden jungen Frauen der Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) anschließen wollen oder es bereits getan haben. Das Mädchen aus Sangerhausen soll sich vor dem Verschwinden verändert und wohl auch radikalisiert haben. Nähere Einzelheiten machten die Behörden nicht. Das Auswärtige Amt in Berlin und auch die Geheimdienste sind involviert. Es gibt derzeit allerdings keinen Kontakt zu den beiden Frauen. In Sachsen-Anhalt hatte es bereits im Dezember einen ähnlichen Fall gegeben, als ein Mädchen verschwand, wohl um sich in Syrien der Terrorgruppe IS anzuschließen.

Das Landeskriminalamt Sachsen-Anhalt nennt für Eltern mögliche Anzeichen, ob sich ihr Kind radikalisiert. Mögliche Indikatoren können sein:

  • Veränderung des äußeren Erscheinungsbildes (Kleidung, Frisur) geht zumeist einher mit einer Ablehnung des früheren Erscheinungsbildes
  • intensive Nutzung sozialer Netzwerke und geschlossener Benutzergruppen (z.B. WhatsApp) zum Austausch von Dokumenten, Fotos und Videos
  • Änderung der Lebensweise; Ess- und Schlafgewohnheiten, bisherige Hobbys werden verteufelt bzw. aufgegeben
  • Aufbau eines neuen sozialen Umfeldes, beispielsweise werden alte Freunde als Ungläubige bezeichnet, Andersdenke kommen in die Hölle
  • größere Bedeutung der Religion für das eigene Leben
  • Beschäftigung mit islamistischen Inhalten
  • Kritik anderer an der eigenen, neuen religiösen Überzeugung wird zunehmend aggressiv abgelehnt
  • Aberkennung der Gleichberechtigung von Mann und Frau
  • Antisemitismus wird propagiert
  • das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung wird negiert
  • Informationen zu Reisemöglichkeiten in die Türkei oder angrenzende Gebiete (z.B. Alleinreisen aber auch Pauschalreiseangebote für Minderjährige) werden im Internet gesucht – Browserverlauf prüfen!

Hinweis der Polizei:

Wenn eines oder mehrere der oben aufgeführten Merkmale festgestellt werden, informieren Sie sich umfassender über den Islamismus. Sprechen Sie mit Freunden, Bekannten und Lehrern, ob ihnen die Veränderungen ebenfalls aufgefallen sind. Holen Sie sich Rat und Unterstützung bei einer Polizeilichen Beratungsstelle und nehmen Sie Kontakt mit dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) - Beratungsstelle „Radikalisierung“ auf. Erreichen können Sie diese unter der Telefonnummer: 0911-9434343 oder der E-Mail-Adresse:
beratung@bamf.bund.de

 

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