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Polizei

Polizei bildet Ermittlungsgruppe nach Schüssen auf Asylheim

Sonntag, 28. Februar 2016

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Das frühere Bürogebäude in Gräfenhainichen.
Das frühere Bürogebäude in Gräfenhainichen.

Nach den Schüssen auf ein noch unbewohntes Flüchtlingsheim in Gräfenhainichen im Kreis Wittenberg sind 13 Geschosshülsen gefunden worden.

Die Projektile vom Kaliber 9 sind typisch für eine Pistole oder eine Maschinenpistole, bestätigte uns ein Polizeisprecher.

Es werde wegen versuchter Tötung ermittelt, weil zur Tatzeit auf dem Gelände Wachleute und in der Nähe auch Streifenpolizisten waren.

Die Polizei hat inzwischen eine Sonder-Ermittlungsgruppe gebildet, eine sogenannte EG, das steht für Ermittlungsgruppe.

Ein Spürhund hat zudem eine mögliche Fährte des Schützen bis ins Stadtzentrum von Gräfenhainichen verfolgt.

Ob es schon eine heiße Spur gibt, ist offen.

Es war Freitagabend, als gegen 23:15 Uhr die Schüsse fielen.

Scheiben in dem als Schleifergebäude bekannten früheren Bürotrakt gingen zu Bruch.

Das ist eine ganz neue Dimension der Gewalt, hieß es von Polizei und Staatsanwaltschaft, es sei nur Glück gewesen, dass niemand zu Tode kam.

In den vergangenen Wochen war das Gebäude bereits mehrfach attackiert worden.


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Hier die Pressemitteilung der Polizei vom 27.2. um 23 Uhr im Wortlaut:

Ergänzungsmeldung
zur Gemeinsamen Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Dessau-Roßlau und der Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Ost
(Nr. 23/2016 vom 27.02.2016)

Nach dem mit hoher krimineller Energie durchgeführten Angriff mittels Schusswaffe auf die geplante Flüchtlingsunterkunft in Gräfenhainichen wird in der Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Ost eine eigene Ermittlungsgruppe gebildet.
Diese wird mit dem Ziel eingesetzt, den oder die bislang unbekannten Täter schnellstmöglich zu ermitteln.
Die Ermittlungsgruppe wird alle zur Verfügung stehenden polizeilichen Mittel einsetzen.
 
Bereits unmittelbar nach Bekanntwerden des Angriffs nahm der polizeiliche Staatsschutz die Ermittlungen vor Ort auf, die durch den Einsatz der Tatortgruppe des Landeskriminalamtes unterstützt wurden.
Des Weiteren kam ein atypischer Personenspürhund zum Einsatz, der eine mögliche tatbezogene Spur aufnehmen und diese bis in das Stadtzentrum von Gräfenhainichen verfolgen konnte.

Im Rahmen der umfangreichen Spurensuche und -sicherung konnten in unmittelbarer Tatortnähe bisher 13 Geschosshülsen vom Kaliber 9 mm gesichert werden.
Diese werden nun neben weiteren Spuren kriminaltechnisch untersucht.
 
Neben den Mitarbeitern des Wachschutzes, die glücklicherweise bei der Tatbegehung nicht zu Schaden kamen, waren zur Tatzeit auch Polizeibeamte im Rahmen der ohnehin bereits zuvor intensivierten Objektbestreifung in Tatortnähe.
Auch sie blieben unverletzt.
 
Die Fahndung nach dem oder den Tätern wird unverändert unter Hochdruck betrieben.

Die Polizei erneuert auf diesem Weg ihren Zeugenaufruf und bittet Personen, die Angaben zur Tat und/oder den Tätern machen können, um Mitteilung an die Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Ost unter 0340 / 6000-291, an die E-Mail Adresse lfz.pd-ost@polizei.sachsen-anhalt.deoder in jeder Polizeidienststelle.

Ralf Moritz
Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Ost

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