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Falco - Die Pop-Ikone aus Österreich

Am 19. Februar 2017 wäre der Weltstar 60. Jahre alt geworden
Donnerstag, 16. Februar 2017

Falco, der mit richtigem Namen Johann „Hans“ Hölzel hieß, kam am 19. Februar 1957 um 13.15 Uhr in Wien als einziger Überlebender von Drillingen zur Welt. Bereits früh zeigte sich sein ausgeprägtes musikalisches Talent. Im Alter von fünf Jahren wurde ihm bei einem Vorspieltermin an der Wiener Musikakademie ein absolutes Gehör bescheinigt.

Seine Schulzeit verlief weit weniger gut. 1973 verließ er, aufgrund zu vieler Fehlstunden, das Rainergymnasium in Wien vorzeitig. Auf Drängen seiner Mutter begann er eine Lehre zum Bürokaufmann bei der Pensionsversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft. Doch auch diese brach er nach kurzer Zeit ab, ebenso wie später sein Studium am Wiener Musikkonservatorium.

Mit 17 stieg er in seine erste band ein. Sie nannte sich „Umspannwerk“. Die Proben fanden in einem im Elternhause eines Freundes in Kaltenleitgeben statt. Da der Ort rund 15 km von Wien entfernt lag, konnte er seine Mutter überreden ihn ein Moped zu kaufen. Damit konnte Hans nun so oft er wollte zu den Proben fahren.

Wie "Hans" zu "Falco" wird

1978 ging die Hallucination Company erstmals auf Tour. Die Show war die Sensation und ausverkauft bis zum letzten Platz. Mit silbergrau-schwarz gestreiftem Anzug, die kurz geschnittenen Haare mit Gel nach hinten frisiert kam Hans am dritten Tag zu Wickerl Adam und sagte: "Du, Wickerl, sag heute nicht mehr, am Baß Hans Hölzel', sondern, am Baß Falco Gottehrer'!" Nach ein paar Tagen kam er wieder und sagte: "Wickerl, ,Gottehrer' lassen wir wieder weg, bei ,Falco' bleibt es!" Aus Hans Hölzel wird Falco.

Im Mai 1979 produzierte Falco seine erste Single mit den Titeln „Chance to Dance“ und „Summer“. Diese wurden aber erst 28 Jahre später im Rahmen einer Werbeaktion für die Wiener Einkaufsstraßen in Form einer Werbe-CD veröffentlicht wurden.

Bei den Auftritten seiner Band „Drahdiwabel“ spielte er 1980 auch seinen ersten Solo-Hit „Ganz Wien“, der von den Radiostationen boykottiert wurde. In dem Song singt Falco: „Ganz Wien ist heut auf Heroin, ganz Wien, träumt mit Mozambin, ganz Wien, ganz Wien, greift auch zu Kokain“.

Der Wiener Plattenunternehmer Markus Spiegel erkannte Falcos Talent und schloss mit ihm einen Vertrag über drei Solo-LPs ab. 1982 erschien das Lied „Der Kommissar“. Es war Falcos Durchbruch und gleichzeitig bis heute eines seiner beliebtesten Hits. Falco war nach der Gruppe Kraftwerk mit ihrem Titel "Autobahn" erst der zweite Künstler, der mit einem deutschen Text in die US-Charts gelangte. Auch in Guatemala führte der Song die Hitparade an. Insgesamt wurde „Der Kommissar“ weltweit etwa sieben Millionen Mal verkauft.

Das nachfolgende Album „Junge Römer“, das im Jahr 1984 erschien, konnte an den Erfolg von „Einzelhaft“ jedoch nicht anknüpfen. Lediglich eine Nummer eins-Platzierung in Österreich.

Als Konsequenz verließ Falco Robert Ponger und wechselte 1985 zum niederländischen Produzenten-Duo Rob und Ferdi Bolland.

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Falco bei einem Auftritt in der Show «Wetten, dass...?» am 05.11.1988

Internationaler Erfolg

Von dem filmischen Mozart-Porträt des mehrfach Oscar-gekrönten US-Regisseurs Milos Forman ließ Falco sich zu dem Lied „Rock Me Amadeus“ inspirieren. Falcos größter Hit. Nachdem der Titel bereits zahlreiche Top-Positionen in Europa erreicht hatte, stieg „Rock Me Amadeus“ Anfang 1986 in den Top Ten der US-amerikanischen Billboard-Charts. Am 20. März 1986 schaffte er es auf Platz 1. Dieses war zuvor noch keinem anderen deutschsprachigen Titel gelungen.

Im deutschsprachigen Raum gab es eine heftige Kontroverse über sein Lied Jeanny. Es brach ein Streit über den Inhalt aus. Viele Sender verweigerten das Abspielen, weil Jeanny ihrer Meinung nach eine Gewalttat nicht nur beschrieb, sondern sogar verherrlichte. Die Boykotte konnten den Erfolg jedoch nicht schmälern.

Der Song belegte Anfang 1986 acht Wochen lang den 1. Platz in Deutschland.

In den darauf folgenden Jahren konnte Falco nur noch mäßigen Erfolg verzeichnen.

1995 veröffentlichte Falco die Single „Mutter, der Mann mit dem Koks ist da“, eine Techno-Version eines Alt-Berliner Gassenhauers aus den 20er Jahren. Der Titel stürmte ein halbes Jahr später die Charts und bescherte Falco unverhofft einen neuen Erfolg.

Tragisches Ende

Silvester 1997 hatte Falco seinen letzten offiziellen Live-Auftritt in der Excalibur City. Anfang 1998 flog er nach der gemeinsamen Weihnachtsfeier mit seiner Mutter zurück in seine karibische Wahlheimat, die Dominikanische Republik.

Am 6. Februar 1998 ereignete sich ein tragischer Autounfall auf der Straße zwischen den Städten Villa Montellano und Puerto Plata in der Dominikanischen Republik. Bei der Ausfahrt vom Parkplatz der „Turist Disco“ rammte ein Bus Falcos Geländewagen.  Er war sofort tot. Bei der Obduktion wurde später bei ihm ein Blutalkoholwert von 1,5 ‰ und große Mengen an Kokain sowie THC nachgewiesen.

Nach der Überführung seines Leichnams nach Österreich wurde Falco im Beisein von über 4.000 Fans auf dem Wiener Zentralfriedhof beerdigt. Sein Sarg wurde von den Mitgliedern der Wiener Motorrad-Rocker „Outsider Austria“ (diese hatten 1985 im Video zu Rock Me Amadeus mitgespielt) zu Grabe getragen.

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Falcos Grab auf dem Wiener Zentralfriedhof

Das Erbe des Superstars

2004 errichtete seine Mutter Maria Hölzel, dem Wunsch ihres Sohnes entsprechend, gemeinsam mit Falco-Freund Ronald Seunig die Falco Privatstiftung. Aufgabe der Stiftung ist es, den künstlerischen Nachlass des einzigartigen und weltbekannten Pop-Musikers aus Österreich zu wahren. Zudem stellte die Stiftung bis zu ihrem Tod im Jahr 2014 die Versorgung Maria Hölzels sicher, die nach mehreren Schlaganfällen umfänglicher Pflege bedurfte.

Seither widmet sich die Stiftung vermehrt der Förderung musikalischer Talente, so zum Beispiel durch den im Jahr 2016 erstmals ausgetragenen Schulwettbewerb "Helden von Heute - Falco goes School".

Falco wieder auf der Bühne

Zum 60. Geburtstag der Popikone feiert ein neues Falco-Musical Welturaufführung und geht ab Januar 2017 erstmals auf große Tournee. Bis Ende April wird die Show dann in über 50 Städten in Deutschland, Österreich und der Schweiz zu sehen sein und den „Falken“ zu neuem Leben erwecken.

Das Publikum erlebt dabei die Annäherung an die Kunstfigur Falco, aber auch die Abgründe und der tiefe Fall des Hans Hölzel sind Teil dieser packenden Musical–Biographie. Verrückt und bildgewaltig, unterstützt durch schrille und extravagante Tanzeinlagen, umrahmt von kunstvollen Projektionen und Original–Videosequenzen will „FALCO – Das Musical“ einen tiefen Einblick in die Gedanken- und Gefühlswelt Hans Hölzels alias Falco gewähren. Seine markantesten und seine größten Hits, von „Der Kommissar“ über „Jeanny“, „Out of the Dark“ bis zu seinem Welthit „Rock Me Amadeus“, werden dabei live interpretiert.

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FALCO - Das Musical
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