Dessauer Serieneinbrecher überführt

Montag, 27. Juni 2016

Bereits im Dezember 2015 gab es in Dessau eine ganze Serie von Einbrüchen. Allein im Zeitraum vom 12. November 2015 bis 11. Dezember 2015 wurden insgesamt 15 Tageswohnungseinbrüche in den Dessauer Stadtteilen Waldersee und Törten bekannt. Sieben davon wurden in Waldersee und sechs davon in Törten zur Anzeige gebracht. Der letzte Einbruch dieser Serie fand am 11.12.2015 in der Gohrauer Straße in Waldersee statt. Hier wurde ein Einfamilienhaus einer 44-jährigen Geschädigten angegriffen. Die Täter näherten sich der Rückfront des Hauses und hebelten das Fenster zum Badezimmer auf. Sie verschafften sich Zugang zum Inneren des Hauses und entwendeten 1.200,- Euro Bargeld, einen Laptop, zwei Handys und ein Navigationsgerät.

Im Rahmen der Ermittlungen wurde bekannt, dass es sich bei der Tatbegehung mutmaßlich um überörtlich handelnde Täter oder Tätergruppen handeln könnte. Aufgrund der Straftatenhäufungen verstärkte die Polizei ihre Präsenzstreifen an den bekannten Kriminalitätsschwerpunkten. Auch am 11.12.2015 war eine Streife im Bereich Waldersee unterwegs. Den Polizeibeamten fiel in diesem Zusammenhang ein verdächtiger Pkw Opel mit Berliner Kennzeichen auf. Das Fahrzeug sollte einer Kontrolle unterzogen werden. Als der männliche Fahrer jedoch die Polizei erkannte, fuhr er mit sehr hohem Tempo davon. Die Polizei nahm die Verfolgung auf. Der Pkw fuhr weiter mit überhöhter Geschwindigkeit und in rücksichtsloser Art und Weise durch den Vorort Waldersee und versuchte dann über das gefährliche und schnelle Befahren eines Weges einer Gartenanlage in Richtung Autobahn 9 zu entkommen.

Um nicht selbst Unbeteiligte in dieser Weise zu gefährden, war es den Beamten nur be-dingt möglich, dem flüchtenden Fahrzeug zu folgen. Schließlich fanden die Beamten das Fahrzeug in einem Waldstück nahe der Autobahn verlassen mit geöffneter Beifahrertür vor. Eine sofort eingeleitete Nahbereichsfahndung, auch unterstützt durch den Einsatz eines Fährtenhundes, führte nicht zum Auffinden der oder des Täters. Die verfolgte Spur endete auf der Autobahn 9.

Das verlassene Fahrzeug wurde kriminaltechnisch untersucht. Bei der Berliner Kennzeichentafel handelte es sich um eine Komplettfälschung. Das Originalkennzeichen gehörte ordnungsgemäß an ein Fahrzeug eines ahnungslosen Halters in Berlin. Im Innenraum wurden verschiedene DNA- Spuren gesichert. Weiterhin befand sich das Diebesgut, zumindest die genannten Gegenstände, des Geschädigten aus der Gohrauer Straße in Waldersee in dem Fahrzeug. Das Diebesgut konnte im weiteren Verlauf wieder an die Geschädigte zurückgegeben werden.

Die DNA- Spuren, die zuvor an verschiedenen Stellen im Fahrzeug gesichert wurden, wurden ausgewertet. Es wurden zwei Muster gefunden (1x männlich und 1x weiblich). Bei der männlichen Probe konnte ein Spurenverursacher durch den Datenabgleich ermittelt werden. Es handelte sich dabei um einen 35-jährigen bulgarischen Staatsbürger, der bereits einschlägig wegen ähnlicher Delikte polizeilich bekannt war. Der weibliche DNA- Treffer konnte nicht zugeordnet werden, jedoch geht die Polizei davon aus, dass sie zu der gleichaltrigen bulgarischen Lebensgefährtin des Täters gehören.

Bei einem weiteren der oben genannten Tatorte in Waldersee hatte zuvor ein Geschädigter auch eine männliche Person und ein verdächtiges Fahrzeug beobachtet. Eine Lichtbildvorlage von Täter und Fahrzeug führte ebenfalls zu einer Übereinstimmung.
Nach Bekanntwerden wurde bundesweit nach dem männlichen Täter gefahndet. Er soll für eine ganze Reihe von Einbruchsdiebstählen im Raum Berlin/ Brandenburg sowie in Schleswig-Holstein verantwortlich sein. Zur weiteren Tatbegehung unternahm er neben der Fälschung von Kennzeichentafeln auch mehrere Maßnahmen, um seine Identität zu verschleiern. An verschiedenen Orten des nördlichen Bundesgebietes trat er immer wieder unter falschem Namen in Erscheinung, wie sich auch später noch herausstellte.

Am 09.03.2016 wurde der bulgarische Täter schließlich nach der Begehung von drei weiteren Tageswohnungseinbrüchen in Schleswig-Holstein festgenommen und sitzt seitdem in der JVA Lübeck in Untersuchungshaft.

Neben den beiden nachgewiesenen Einbruchsdiebstählen in Dessau gehen die Ermittler davon aus, dass auch die verbleibenden 13 Taten im Verlaufe eines Monats auf das Konto des bulgarischen Täters gehen. Fest steht jedenfalls, dass die Einbruchsserie in Waldersee und Törten mit der Festnahme des Täters ein Ende gefunden hatte. Seitdem wurden keine Angriffe auf Einfamilienhäuser in dieser Art und Weise in diesen Stadtteilen bekannt.

Zudem wurden zwei weitere Ermittlungsverfahren gegen den Täter durch die Dessauer Polizei eingeleitet. Neben der Urkundenfälschung wegen des gefälschten Nummernschildes, wurde eine Anzeige wegen des Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetzt gefertigt. Bei der Durchsuchung und Tatortarbeit im verlassenen Fahrzeug hatten die Ermittler noch eine Verpackungseinheit Marihuana gefunden.

(Quelle: Pressemitteilung des Polizeireviers Dessau)

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